Heute ist der 23.04.2026, und in der Augsburger Fußgängerzone hat sich ein bewegendes Treffen zwischen Nachfahren von Holocaust-Opfern ereignet. Jeffrey Englander und Leanne Zimmermann, jüdische US-Amerikaner mit Wurzeln in Augsburg, standen vor einem historischen Gebäude und konnten ihre Emotionen nicht zurückhalten. Umgeben von flanierenden Menschen, die Kaffee trinken und einkaufen, umarmten sie sich mit Tränen in den Augen. Bis zu dieser Führung, die vom Jüdischen Museum in Augsburg organisiert wurde, hatten sie sich nicht gekannt, doch die Geschichten ihrer Familien kreuzten sich am 7. März 1943 in Augsburg.

Das Jüdische Museum Augsburg Schwaben (JMAS) spielt eine zentrale Rolle in der Aufarbeitung und Präsentation der jüdischen Geschichte der Stadt. Untergebracht im Westflügel der historischen Synagoge, die zu den schönsten erhaltenen Synagogen der Vorkriegszeit zählt, bietet das Museum eine Dauerausstellung, die die jüdische Kultur und Geschichte in Augsburg und der Region Bayerisch-Schwaben dokumentiert. Diese Ausstellung reicht vom Mittelalter bis in die Gegenwart und umfasst auch die religiöse Praxis des Judentums.

Ein Ort der Erinnerung und der Begegnung

Das JMAS wird nicht nur von der aktiven Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Schwaben Augsburg getragen, sondern auch von einem Zusammenschluss jüdischer und nichtjüdischer Personen unterstützt. Der Festsaal der Gemeinde wird für verschiedene Veranstaltungen genutzt, was die Vernetzung und den Austausch zwischen den Kulturen fördert. Zudem wird das Museum von einer öffentlichen Stiftung bürgerlichen Rechts unterstützt, die Förderungen vom Bayerischen Ministerium für Unterricht und Kultus sowie vom Bezirk Schwaben und der Stadt Augsburg erhält.

Seit 2014 gibt es einen zweiten Standort des JMAS in der ehemaligen Synagoge Kriegshaber. Diese ist die älteste erhaltene Synagoge in Bayerisch-Schwaben und stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert. Der Umbau zur Synagoge begann 1720, und 1792 wurde Kriegshaber zum Bezirksrabbinat erhoben. Heute finden in diesem historischen Gebäude Wechselausstellungen und Veranstaltungen statt, die das jüdische Leben in Augsburg lebendig halten.

Zukunft des Jüdischen Museums

Aktuell wird der Gebäudekomplex der IKG in der Innenstadt generalsaniert, und das Museum wird ein eigenes Verwaltungsgebäude sowie einen Wechselausstellungsraum erhalten. Die geplante grundlegende Erneuerung der Dauerausstellung soll in der ehemaligen Frauengarderobe des Museums installiert werden und somit neue Impulse für die Auseinandersetzung mit der jüdischen Geschichte bieten.

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Die emotionale Begegnung von Englander und Zimmermann zeigt, wie wichtig solche Initiativen sind, um die Geschichte lebendig zu halten und um Brücken zwischen den Generationen zu schlagen. Die Arbeit des Jüdischen Museums in Augsburg ist ein bedeutender Schritt in Richtung einer umfassenden Aufarbeitung der Vergangenheit, die sowohl für die jüdische Gemeinschaft als auch für die gesamte Gesellschaft von großer Bedeutung ist.