Heute ist der 6.05.2026 und die Wasserwacht Augsburg-Ost hat einen bedeutenden Schritt in ihrer Geschichte gemacht. Am 1. Mai wurde ihr neues Rettungsboot feierlich auf den Namen „Lisbeth“ getauft. Ein Anlass, der nicht nur die Mitglieder der Wasserwacht, sondern auch viele Bürger*innen in Augsburg berührt. Das neue Boot ersetzt ein über 30 Jahre altes Exemplar, das nun altersbedingt in den Ruhestand geschickt wird. Es wird von Mai bis Oktober am Autobahnsee eingesetzt – einem beliebten Ziel für Badegäste und Freizeitaktivitäten.
Das Rettungsboot „Lisbeth“ wird nicht nur für Streifenfahrten und Personensuchen eingesetzt, sondern spielt auch eine wichtige Rolle bei Patiententransporten und der Ausbildung neuer Rettungsschwimmer. Besonders hervorzuheben ist, dass das Boot auch außerhalb der regulären Wachdienste für Katastrophenlagen, insbesondere bei Hochwasserereignissen, bereitsteht. Die Bedeutung dieser Ausstattung wurde von der Vorsitzenden der Wasserwacht Augsburg-Ost, Stephanie Siebert, eindringlich betont. Sie sieht das neue Boot als ein Versprechen an Menschen in Not. Mit „Lisbeth“ fühlt sich die Wasserwacht gut gerüstet für die Herausforderungen, die die Zukunft bringen mag.
Eine ehrende Namensgebung
Die Wahl des Namens „Lisbeth“ ist nicht zufällig. Damit wird Elisabeth Erhardt geehrt, eine wahre Pionierin der Wasserwacht. Sie war die erste Bootsführerin Bayerns im Jahr 1971, das erste weibliche Mitglied einer Schnelleinsatzgruppe (1972) und die erste Rettungstaucherin des Freistaates (1974). Ein bemerkenswerter Werdegang, der auch zeigt, wie wichtig Frauen in dieser wichtigen Institution sind. Elisabeth war nicht nur eine Vorreiterin; sie war auch langjährige Ausbilderin für Rettungsschwimmer und hat viele Strukturen auf Bezirksebene mitgestaltet. Ihr Tod im Jahr 2019 hinterließ eine Lücke, die mit der Taufe des neuen Bootes ein Stück weit geschlossen wird.
Ein Blick in die Geschichte der Wasserwacht Augsburg-Ost zeigt, wie lange sich diese Institution bereits für die Sicherheit am Autobahnsee einsetzt. Gegründet wurde die erste Rettungsstation 1943 unter der Leitung von Sepp Lindner. Damals war die Unterkunft nur ein kleines Zelt, und die Rettungsschwimmer stammten aus der Schwimmabteilung des Eisenbahner-Sportvereins. In den ersten Nachkriegsjahren, als kaum Baumaterial zur Verfügung stand, mussten die Retter mit improvisierten Mitteln arbeiten und lebten in Zelten. Erst später fanden sie Unterschlupf im Bootsverleih von Kasper Kopp. Die Entwicklung hin zu einem modernen Rettungsdienst, wie wir ihn heute kennen, ist beeindruckend.
Ein Versprechen für die Zukunft
Mit der Taufe der „Lisbeth“ wird nicht nur ein neues Kapitel in der Geschichte der Wasserwacht Augsburg-Ost aufgeschlagen, sondern auch ein Versprechen an die Badegäste und die gesamte Community gegeben. Die Wasserwacht sieht sich gut aufgestellt, um auch in Zukunft die Sicherheit am Autobahnsee zu gewährleisten. Die Taufe des Boots hat nicht nur die Mitglieder der Wasserwacht mobilisiert, sondern auch das Bewusstsein in der Bevölkerung geschärft für die Bedeutung der Wasserrettung.
Die Wasserwacht Augsburg-Ost ist mehr als nur ein Rettungsdienst – sie ist ein Teil der Gemeinschaft, der sich seit 1946 unermüdlich um das Wohl der Menschen kümmert. Diese Tradition fortzuführen, wird mit dem neuen Boot zur Realität. Auf die nächsten Jahrzehnte mit „Lisbeth“ und all den Herausforderungen, die sie mit sich bringen wird!