In Bad Kissingen gibt es Neuigkeiten, die für Pendler und Anwohner von Bedeutung sind. Die Staatsstraße St 2289 wird seit Anfang Mai instandgesetzt. Die betroffene Strecke erstreckt sich über 1,2 Kilometer zwischen Wernarz und Bad Brückenau. In der ersten Juniwoche wird eine neue Asphaltdecke aufgetragen, was allerdings bedeutet, dass der Bauabschnitt von Montag, dem 1. Juni, bis voraussichtlich Freitag, dem 5. Juni, voll gesperrt wird. Das ist eine Herausforderung, denn während dieser Zeit wird kein Anliegerverkehr möglich sein!
Die Umleitungen wurden bereits festgelegt, um den Verkehrsfluss aufrechtzuerhalten. Wer von Wernarz aus nach Bad Brückenau möchte, muss über die St 2289 bis Rupboden fahren, dann den Forsthausweg zur KG 27 nehmen und nach Modlos und Dreistelz weiterfahren, bevor es zurück zur St 2790 nach Bad Brückenau geht. In der entgegengesetzten Richtung ist die Umleitung entsprechend umgekehrt. Es wird also spannend, wie sich die Verkehrssituation während dieser Sperrung entwickeln wird. Aber das ist noch nicht alles – es wird auch an der Rückbau und dem barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen an der Kirche und am Kindergarten in Wernarz gearbeitet. Auch die Böschung an der Einmündung der St 3180 wird saniert, und eine neue Straßendecke zwischen Staatsbad und Bad Brückenau kommt ebenfalls dazu. Für all diese Maßnahmen werden rund 900.000 Euro in die Hand genommen, finanziert durch den Freistaat Bayern, die Stadt Bad Brückenau und die Stadtwerke Bad Brückenau. Mehr Informationen dazu gibt es hier.
Verkehrssicherheit und Infrastruktur
Die Instandsetzung der Straßen ist ein wichtiger Schritt zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, und das hängt immer auch von einer adäquaten Finanzierung ab. Gezielte Maßnahmen sind notwendig, um die Straßen in einem guten Zustand zu halten und sicherheitsrelevante Verbesserungen zu erzielen. Der Bund hat erkannt, dass es hier Handlungsbedarf gibt und prüft Ansätze zur Verbesserung der Verkehrssicherheit bei finanzierten Maßnahmen. Leider ist der Investitionsrückstand im Bereich der kommunalen Infrastruktur erheblich. Das liegt zum Teil an unzureichenden Finanzierungsprioritäten der letzten zwei Jahrzehnten, die auch die Straßen- und Verkehrsinfrastruktur betreffen. Eine Umfrage des Deutschen Instituts für Urbanistik zeigt, dass hier der größte Investitionsrückstand zu verzeichnen ist.
Die Finanzierung öffentlicher Haushalte erfolgt primär durch Abgaben wie Steuern, Gebühren und Beiträge. Rund zwei Drittel der Mittel für die Verkehrsinfrastruktur stammen aus Steuern, während etwa ein Drittel durch Lkw-Mautgebühren generiert wird. Diese Mautgebühren werden zweckgebunden zur Verbesserung der Bundesfernstraßen genutzt. Mit der Novellierung des Bußgeldkatalogs vom 9. November 2021 können Einnahmen aus Bußgeldern bei Verstößen auf Autobahnen reinvestiert werden, was insbesondere den Fuß- und Radverkehr fördern soll. Das sind alles Schritte in die richtige Richtung – auch wenn es manchmal wie ein Tropfen auf den heißen Stein wirkt.
Die Herausforderung der Finanzierung
Die Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur ist immer wieder ein heiß diskutiertes Thema. Die Mittel stammen aus verschiedenen Quellen, wobei der größte Teil aus dem Steueraufkommen kommt. Doch es gibt einen ständigen Wettbewerb um diese Mittel, da auch andere Politikfelder wie Bildung oder Forschung um die Aufmerksamkeit der Entscheidungsträger kämpfen. Hier wird deutlich, dass eine Neuausrichtung der Infrastrukturfinanzierung notwendig ist, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden.
Die Einführung der entfernungsabhängigen Maut auf schwere Lkw im Jahr 2005 hat einen Systemwechsel von reiner Haushalts- zu Nutzerfinanzierung eingeleitet. Diese Maut-Einnahmen werden seit 2011 ausschließlich für Bundesfernstraßen verwendet. Es wird also versucht, mit cleveren Lösungen und einem Lebenszyklusansatz nicht nur die Baukosten, sondern auch den Betrieb und die Erhaltung aus einer Hand zu finanzieren. Das alles hat das Potenzial, die Infrastruktur effektiver zu gestalten – aber es bleibt abzuwarten, wie schnell die Umsetzung voranschreitet.
In Bad Kissingen stehen also einige Veränderungen an, die nicht nur die Straßenqualität verbessern sollen, sondern auch die Verkehrssicherheit erhöhen. Es bleibt spannend, wie sich die kommenden Wochen und Monate entwickeln werden.
