Kissinger Sommer feiert 40. Jubiläum mit dem Motto „Mazel Tov“
Heute ist der 6.07.2026 und in Bad Kissingen zieht ein ganz besonderes Event die Aufmerksamkeit auf sich – der Kissinger Sommer, der in diesem Jahr sein 40. Jubiläum feiert! Die Festivitäten beginnen offiziell am 11. Juni und dauern bis zum 18. Juli. Das Motto des Jubiläums lautet „Mazel Tov“, was auf Hebräisch oder Jiddisch „Glückwunsch“ bedeutet – ein passender Ausdruck für die Feier der jüdischen Geschichte und Kultur Bad Kissingens und Europas.
Die Aufregung ist spürbar, besonders nach dem Staatsempfang im Rahmen des Kissinger Sommers, der kürzlich im Regentenbau stattfand. Hier traf sich eine hohe Dichte an Prominenten – die Terrasse war gut gefüllt mit bekannten Gesichtern! Ministerin Gerlach ließ es sich nicht nehmen, die Atmosphäre zu würdigen und betonte, dass in Bad Kissingen „nichts abgehoben“ sei. In dieser gelösten Stimmung und der lauen Nacht fanden auch einige Konzerte statt, die die Besucher begeisterten. Die Gründungs-Mutter des Festivals, Schütze, zeigte sich überrascht darüber, dass der Kissinger Sommer bereits 40 Jahre alt wird.
Ein Festival mit Geschichte
Was diesen Sommer besonders macht, ist die Würdigung der jüdischen Geschichte und Kultur, die in Bad Kissingen tief verwurzelt ist. Bis zur Deportation der letzten Juden im Jahr 1942 hatte die Stadt eine bedeutende jüdische Gemeinde, deren Wurzeln bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Diese Gemeinschaft hat über die Jahrhunderte das geistige, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben der Stadt geprägt. Berühmte Gäste wie Albert Einstein und Max Liebermann hinterließen ihre Spuren in der Stadt.
Das Festivalprogramm ist reichhaltig und vielfältig. Hochkarätige Konzerte, Gastspiele von Weltklasseorchestern, Podiumsdiskussionen, musikalische Lesungen und Stadtführungen sind geplant. Ein besonderes Highlight wird das Eröffnungskonzert am 12. Juni sein, bei dem das Budapest Festival Orchestra Prokofjews Ouvertüre über hebräische Themen spielt. Auch die Pianistin Elisabeth Leonskaja wird mit einem Mozart-Klavierkonzert begeistern, während Igor Levit am 24. Juni Ravels „Kaddisch“ sowie Werke von Schubert und Beethoven präsentiert.
Erinnerung und Kultur
Die jüdische Gemeinde in Bad Kissingen war einst die drittgrößte in Unterfranken und erreichte 1925 mit 504 Mitgliedern ihren Höchststand. Bis heute gibt es keine jüdische Gemeinde mehr in der Stadt, aber das Erbe wird durch Ausstellungen, Gedenkbücher, Kulturtage und Stolpersteine lebendig gehalten. Die Klezmer-Tradition und jiddische Evergreens werden ebenfalls gefeiert, was dem Festival eine besondere Note verleiht.
Mit der Eröffnung des Kissinger Sommers wird nicht nur die Musik gefeiert, sondern auch die Geschichte und die tragischen Schicksale, die viele jüdische Bürger erlitten haben. In der Pogromnacht wurde die Synagoge zerstört, und etwa 130 jüdische Bürger aus Bad Kissingen fielen der NS-Vernichtungspolitik zum Opfer. Die Erinnerung daran ist wichtig, und es wird betont, wie sehr die jüdische Kultur das Leben in Bad Kissingen geprägt hat.
Der Festivalintendant Alexander Steinbeis hebt hervor, dass trotz der gegenwärtigen antisemitischen Tendenzen, die seit dem 7. Oktober 2023 mehr Beachtung finden, die Trennung von Kultur und Tagespolitik gewahrt bleibt. Die gelassene Stimmung und der feierliche Anlass schaffen jedoch eine Atmosphäre, die zur Reflexion und zum Feiern einlädt.
Für alle Kulturinteressierten ist der Kissinger Sommer ein Muss, ein Ort, wo Vergangenheit und Gegenwart in einem harmonischen Miteinander verschmelzen. Die Vorfreude auf die kommenden Veranstaltungen ist groß, und die Stadt Bad Kissingen zeigt einmal mehr, wie lebendig und vielfältig Kultur sein kann!
Mehr Informationen finden Sie in der ausführlichen Berichterstattung auf Fränkischer Tag und auf der offiziellen Webseite des Kissinger Sommers.
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