In Bad Kissingen sorgt ein verschwundener Brunnen für einiges an Aufregung und Verwirrung. An der Ecke Kurhausstraße/Ludwigstraße ist der Brunnen, der dort einst stand, plötzlich nicht mehr zu finden. Diese unerwartete Veränderung wirft Fragen auf – und die Diskussionen im Internet sind bereits entbrannt. Die Bürger sind sichtlich überrascht und diskutieren lebhaft über den Verbleib dieses einst so ikonischen Bauwerks. Mehr dazu hier.
Der betroffene Brunnen ist der Maxbrunnen, die älteste Trinkquelle Bad Kissingens, die bereits 1520 erstmals erwähnt wurde. Historisch betrachtet ist er ein wahres Schmuckstück, ein Baudenmal, das unter der Nummer D-6-72-114-3 in der Bayerischen Denkmalliste eingetragen ist. Der Maxbrunnen, auch als „Sauerbrunnen“ bekannt, war nicht nur ein beliebter Anlaufpunkt für die Einheimischen, sondern zog auch zahlreiche Besucher an, unter anderem Würzburger Domherren, die die heilenden Eigenschaften des Wassers zu schätzen wussten.
Ein Stück Geschichte
Die Geschichte des Maxbrunnens reicht tief in die Vergangenheit zurück. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde er wissenschaftlich untersucht. Um 1575 wurde die Quellfassung von Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn neu gestaltet. Diese Neugestaltung war jedoch nicht die letzte. Im Jahr 1678 gab es eine weitere Überarbeitung in ähnlicher Bauweise. Der Brunnen erlebte 1737/38 eine umfassende Neugestaltung im barocken Stil durch den berühmten Architekten Balthasar Neumann.
1815 wurde das Brunnenparterre mit zwei konzentrischen Treppenläufen oval gestaltet, und der Brunnen erhielt seinen heutigen Namen zu Ehren von König Maximilian I. Joseph. Die letzte große Umgestaltung fand 1911 statt, als der heutige Quelltempel im klassizisierenden Jugendstil von Max Littmann errichtet wurde. Mit seinem Mansarddach und der Sandsteinverkleidung ist der Tempel ein wahrer Blickfang und spiegelt die Pracht vergangener Zeiten wider.
Öffentliche Entnahme und Zugang
Besonders praktisch: An der Kurhausstraße gibt es Wasserhähne, die den Bürgern die öffentliche Entnahme des Brunnenwassers ermöglichen. Diese Zugänglichkeit hat den Maxbrunnen zu einem beliebten Ziel für Einheimische und Touristen gemacht. Der Innenraum des Brunnens beeindruckt mit einem Klostergewölbe, und die Medaillons mit Wassertier-Darstellungen an den ionisierenden Pfeilern des Portikus sind kleine Kunstwerke für sich.
Die Koordinaten des Maxbrunnens sind 50° 11′ 52,3″ N, 10° 4′ 34,64″ O, falls jemand den Weg dorthin findet. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen schnell eine Erklärung für das Verschwinden des Brunnens finden, denn er ist nicht nur ein Stück Geschichte, sondern auch ein Teil des kulturellen Erbes von Bad Kissingen. Weitere Informationen zu Brunnen und deren Geschichte finden Sie hier.
