Heute ist der 21.04.2026, und in der Region Bad Tölz-Wolfratshausen gibt es spannende Neuigkeiten aus dem benachbarten Deutschland. Das Museum Wolfratshausen widmet sich in den kommenden Wochen einem besonders wichtigen Thema: geflüchteten Menschen und deren Integration. Am Donnerstag, den 23. April, um 18 Uhr findet im Wallner-Bockhorni-Kabinett die Veranstaltung „Du hast keine Chance? Nutze sie!“ statt.
Im Rahmen dieser Veranstaltung wird die Autorin Sabine Turpeinen ihr Buch vorstellen und aus ihren Erfahrungen berichten. Über sieben Jahre hat sie traumatisierte Geflüchtete in Wolfratshausen begleitet. Ihr Buch thematisiert die Herausforderungen und Chancen, die mit der Integration geflüchteter Menschen verbunden sind. Ein eindrückliches Beispiel, das sie beschreibt, ist der Nigerianer Prince, dessen Geschichte stellvertretend für viele andere steht.
Einblicke in die Initiative „Trigg“
Sabine Turpeinen ist Mitbegründerin der Initiative „Trigg“ (Traumapädagogische Intensivgruppe für Geflüchtete), die seit 2018 rund 300 Menschen betreut hat. Viele dieser Personen sind schwer belastet durch Krieg, Flucht und Verlust. Durch den Austausch nach der Lesung wird den Besuchern die Gelegenheit geboten, noch tiefer in die Thematik einzutauchen und mehr über die Lebensrealitäten der Geflüchteten zu erfahren.
Parallel zur Buchvorstellung wird die begleitende Fotoausstellung „Angekommen im Stadtbild – Geflüchtete im Portrait“ präsentiert. Die Kuratorin, Stadträtin und Psychologin Annette Heinloth, hat Porträts von Menschen aus Wolfratshausen und Umgebung zusammengestellt, darunter auch Geflüchtete aus Syrien, Afghanistan und Nigeria. Diese eindrucksvollen Fotografien verzichten auf inszenierte Perfektion und zeigen die Porträtierten als Teil des lokalen Alltags.
Integration als gemeinschaftliche Aufgabe
Die Ausstellung zeigt, dass Integration gelingen kann und das gesellschaftliche Leben bereichert. Ergänzende Kurzbiografien bieten den Besuchern persönliche Perspektiven und verdeutlichen, dass nicht alle Porträtierten einen Bezug zur Initiative „Trigg“ haben. Vielmehr wird ein breiteres Spektrum gelungener Lebenswege sichtbar, die den Reichtum und die Vielfalt der Erfahrungen von geflüchteten Menschen widerspiegeln.
Die Ausstellung wird bis zum 22. Mai während der Öffnungszeiten des Museums zu sehen sein. Sie bietet nicht nur eine Plattform zur Reflexion über die Integration geflüchteter Menschen, sondern auch eine Einladung zur Auseinandersetzung mit den Themen, die uns alle betreffen. Mehr Informationen finden sich in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung.