Am vergangenen Wochenende feierte die Selbsthilfegruppe Ohr-Ring in Bamberg ein bemerkenswertes Jubiläum: 20 Jahre Engagement und Unterstützung für Menschen mit Hörbehinderungen. Die Feierlichkeiten fanden im Klemens-Fink-Zentrum statt und zogen rund 200 Gäste an, darunter Mitglieder anderer regionaler Selbsthilfegruppen. Die Gruppenleiterin Margit Gamberoni begrüßte die Anwesenden herzlich und gab damit den Startschuss für einen festlichen Nachmittag, der mit vielen interessanten Reden und musikalischen Einlagen gespickt war.
Die Grußworte kamen von einer Reihe prominenter Persönlichkeiten, darunter Nicole Orf, die Behindertenbeauftragte der Stadt Bamberg, Regine Zille, die 1. Vorsitzende des BayCIV, Andreas Eckert, Chefarzt der Bamberger HNO-Klinik, und Professor Ulrich Hoppe, Leiter des Cicero Erlangen. Alle Redner lobten die Erfolge des Ohr-Rings in den letzten zwei Jahrzehnten und hoben die immense Bedeutung der Selbsthilfegruppe hervor. Ein ganz besonderer Moment war die „Mutmachbesinnung“, die musikalisch von Albin Zeck begleitet wurde. Hierbei wurde die Verantwortung der Selbsthilfegruppe nochmals eindrücklich betont.
Vortrag über Herausforderungen für Schwerhörige
Ein weiterer Höhepunkt war der Vortrag von Psychologe Cornelius Schreiben, der sich mit den Herausforderungen für Schwerhörige in einer hörenden Welt beschäftigte. Themen wie fehlende Rücksichtnahme, Hörstress und Gedächtnisprobleme wurden angesprochen, ebenso die oft unzulängliche Kompatibilität der Arbeitswelt für Menschen mit Hörbehinderungen. Dies sind alles Punkte, die viele Betroffene nur zu gut nachvollziehen können. Die Selbsthilfegruppen wie der Ohr-Ring bieten wertvolle Unterstützung gegen das Gefühl der Isolation, das viele erleben.
Im Rückblick auf die letzten 20 Jahre erläuterten Margit Gamberoni und Reiner Hof die Entstehungsgeschichte des Ohr-Rings und die bedeutenden Erfolge, wie den Einsatz für induktive Höranlagen in Bamberg. Das Programm des Ohr-Rings umfasst regelmäßige Treffen, bei denen Fachreferenten wie Ärzte, Akustiker und Audiologen eingeladen werden, sowie Aktivitäten wie Führungen, Fortbildungen und Öffentlichkeitsarbeit. Die monatlichen Treffen im Klemens-Fink-Zentrum sind ein wichtiger Bestandteil der Selbsthilfearbeit und bieten den Mitgliedern die Möglichkeit, sich auszutauschen und zu vernetzen.
Musikalische Einlagen und Information
Die Feier wurde mit musikalischen Beiträgen von der inklusiven Percussion-Gruppe „Hörsturz“ untermalt, die dem Fest eine lebendige Atmosphäre verliehen. Neben den Reden und musikalischen Darbietungen gab es auch verschiedene Aussteller, die Informationen und Beratungen anboten. Es war ein Festnachmittag, der als gelungen beschrieben wurde und allen Anwesenden ein Gefühl von Gemeinschaft und Unterstützung vermittelte.
Der Ohr-Ring Bamberg hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Hörbehinderungen geleistet und ist ein leuchtendes Beispiel für die Kraft der Selbsthilfe. Es bleibt zu hoffen, dass die nächste Generation von Selbsthilfegruppen weiterhin so engagiert und erfolgreich arbeitet.