In Bayreuth, einer Stadt, die für ihre kulturellen Veranstaltungen bekannt ist, fand kürzlich ein bemerkenswertes Projekt statt, das die kreative Ader junger Menschen in den Mittelpunkt stellte. Anlässlich des 60. Jubiläums der Städtepartnerschaft zwischen Bayreuth und Annecy haben Schülerinnen und Schüler der Alexander-von-Humboldt-Realschule unter der Leitung von Realschullehrerin Sylvia Pensler künstlerisch gearbeitet. Diese Projektgruppe hatte die Freiheit, ohne vorgegebenes Motto aus ihrem eigenen Blickwinkel zu gestalten, was zu einer Vielzahl von künstlerischen Ausdrucksformen führte.

Die Schüler der Jahrgangsstufen 7 bis 9 haben sich mit viel Elan in das Projekt gestürzt. Wöchentliche Atelierbesuche im Kunstmuseum Bayreuth, geleitet von der Museumspädagogin Ingrid Seidel, ermöglichten es den Jugendlichen, ihre Fähigkeiten in verschiedenen Disziplinen zu entwickeln. Von Schreiben, Zeichnen und Malen bis hin zum Bau von Objekten – die Palette war breit gefächert. Unter den kreativen Beiträgen stach besonders das Werk von Mohammad Cheikhi hervor, der Gedichte, inklusive japanische Haikus, verfasste. Diese Art der Auseinandersetzung förderte nicht nur neue Kontakte, sondern auch wertvolle kreative Erfahrungen.

Vernissage im Jean Paul Art Space

Ein Höhepunkt des Projekts war die Vernissage im Jean Paul Art Space, zu der fast 150 Besucher kamen. Die Ausstellung dauerte fünf Tage und wurde von der Stadt Bayreuth finanziell unterstützt. Die Schüler entwarfen ein zweisprachiges Städte-ABC als begehbare Installation, was die Besucher sicherlich neugierig machte. Kunstwerke, die Brücken, Wahrzeichen beider Städte und kulinarische Spezialitäten thematisierten, schufen eine eindrucksvolle Verbindung zwischen Bayreuth und Annecy.

Die Teilnehmenden berichteten von neuem Wissen über die Städtepartnerschaft und schätzten die Vielfalt, die ihnen das Projekt bot. Lehrerin Pensler äußerte den Wunsch nach mehr Austauschprogrammen zwischen den Städten, was angesichts des Rückgangs der Schüler, die Französisch als Fremdsprache wählen, besonders relevant erscheint. Immerhin wird Spanisch zunehmend bevorzugt. Der Französischunterricht wird von der 7. bis zur 10. Klasse angeboten, und im nächsten Jahr wird sogar eine eigene Klasse gebildet.

Interkulturelle Projekte und ihre Bedeutung

Solche Projekte sind nicht nur ein schöner Zeitvertreib, sie sind auch von großer Bedeutung für das interkulturelle Lernen. Die KultCrossing gemeinnützige GmbH bietet seit 2006 eine Vernetzung von Schule, Kultur und Berufswelt an, die den Austausch und die Interaktion aller Beteiligten fördert. In Zeiten, in denen Themen wie Integration und Toleranz mehr denn je im Fokus stehen, sind kreative Projekte wie dieses ein wichtiger Baustein.

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Die Initiativen, die unter dem Dach von „Aktion zusammen wachsen“ und anderen Programmen laufen, zielen darauf ab, junge Menschen mit Zuwanderungshintergrund zu unterstützen und zu vernetzen. Das Bündnis für Demokratie und Toleranz, gegründet im Jahr 2000, setzt sich ebenfalls aktiv gegen Extremismus und Gewalt ein. Hier wird deutlich, dass der Austausch zwischen Kulturen und das Verständnis füreinander nicht nur in der Schule, sondern in der gesamten Gesellschaft von Bedeutung sind.

Die Abschlussfahrt der Realschule, die nach Straßburg, dem Sitz des Europäischen Parlaments, führt, wird sicherlich neue Perspektiven eröffnen. Es bleibt zu hoffen, dass solche Projekte weiterhin gefördert werden und der Austausch zwischen den Städten lebendig bleibt.

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