Heute ist der 29.04.2026 und der Landkreis Cham steht vor einem entscheidenden Schritt in der Digitalisierung des öffentlichen Nahverkehrs. Der Ausschuss für Bau und Verkehr hat am 24. April einen Beschluss gefasst, der einen digitalen Neustart beim Ticketverkauf für den ÖPNV einleitet. Ab Januar 2027 wird eine neue ÖPNV-App auf Basis der MoBY-App des Freistaats Bayern eingeführt. Diese App verspricht nicht nur eine Fahrplanauskunft „von Haustür zu Haustür“, sondern bietet auch Echtzeitdaten und einen Online-Vertrieb der VLC-Tarife.

Ein weiteres Highlight der neuen App ist die Möglichkeit der Online-Buchbarkeit der Rufbusse im Landkreis Cham. Damit wird eine wichtige Lücke im Angebot geschlossen, die den Nutzern mehr Flexibilität bieten soll. Zudem wird eine Vernetzung mit dem Carsharing-Anbieter Mikar ermöglicht, was die Mobilität in der Region weiter verbessert. Die einmaligen Kosten für die Entwicklung der App belaufen sich auf rund 118.000 Euro, während die laufenden Kosten auf etwa 53.000 Euro pro Jahr geschätzt werden.

Integration und Rufbus-Entwicklung

Die Integration der VLC-Tarife in den DB Navigator wird derzeit weiter geprüft. Hierbei fallen Einmalkosten von 240.000 Euro netto an, während die jährlichen Kosten für Hosting und Wartung bei 34.200 Euro netto liegen. Für die Verkäufe im DB Navigator wird zudem eine Vertriebsprovision von sechs Prozent fällig. Ab 2027 werden die Rufbus-Linien neu vergeben, da die Nutzerzahlen des Rufbusses in den letzten Jahren stark angestiegen sind – von 2.000 im Jahr 2019 auf über 22.000 im Jahr 2025. Der Besetzgrad des Rufbusses hat sich ebenfalls erhöht, von 1,1 auf 1,8 Personen.

Die Neuvergabe der Rufbuslinien wird für das Fahrplanjahr 2027 angestrebt, da die meisten Verkehrsverträge am 31. Dezember 2026 enden. Die Vergabe soll auf drei Jahre befristet werden, von 2027 bis 2029. Dabei werden die Fahrleistungen über einen Teilnahmewettbewerb vergeben, der sich an der tatsächlichen Nachfrage orientiert. Schwach nachgefragte Korridore sollen entfallen, während stark genutzte Strecken in den Regelverkehr überführt werden. Die Gesamtkosten für den neuen Rufbusbetrieb werden auf etwa 700.000 Euro pro Jahr geschätzt.

Weitere Infrastrukturprojekte

Neben der Digitalisierung des Ticketverkaufs und der Rufbuslinien gibt es auch Pläne für den Ausbau des Rad- und Fußverkehrs an der CHA 49 bei Bad Kötzting. Die Gesamtlänge des Ausbaus beträgt knapp 800 Meter, wobei die Kosten zwischen der Stadt und dem Landkreis aufgeteilt werden (60% Stadt, 40% Landkreis). Zudem wurden zahlreiche Vergaben im Hoch- und Tiefbau beschlossen, darunter die Generalsanierung der Realschule Bad Kötzting und der Neubau der Berufsschule Furth im Wald. Die Brutto-Vergabesumme im Tiefbau liegt über 3,2 Millionen Euro, und Straßenbauarbeiten an verschiedenen Kreisstraßen wurden ebenfalls vergeben, unter anderem an die Firma Josef Rädlinger.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Entwicklungen im Landkreis Cham sind Teil eines umfassenderen Trends zur Modernisierung und Digitalisierung der Verkehrsinfrastruktur in Deutschland. Es bleibt abzuwarten, wie die neuen Maßnahmen von den Bürgern angenommen werden und welche Auswirkungen sie auf die Mobilität in der Region haben werden. Die Pläne zeugen jedoch von einem klaren Willen zur Verbesserung der öffentlichen Verkehrsanbindung und zur Förderung nachhaltiger Mobilitätslösungen.

Weitere Informationen zu den Entwicklungen im Landkreis Cham können unter diesem Link nachgelesen werden.