Gewalt im öffentlichen Nahverkehr: Schüler wird in Zug angegriffen
Ein Vorfall, der für viele Schüler der Münchner Realschule auf Klassenfahrt nach Cham unvergesslich bleibt, ereignete sich am Montag in einem Zug von Schwandorf nach Cham. Ein Unbekannter spuckte einem 14-jährigen Schüler ins Gesicht, als die Klasse gegen 12.30 Uhr am Bahnhof Cham ausstieg. Der Täter, der die Schüler zuvor schroff angesprochen hatte, näherte sich dem Jungen plötzlich von hinten. Nach dieser aggressiven Handlung stieg der Unbekannte wieder in den Zug in Richtung Furth im Wald. Trotz einer sofort eingeleiteten Fahndung konnte er am Bahnhof Furth im Wald nicht mehr gefunden werden. Die Bundespolizeiinspektion Waldmünchen hat mittlerweile die Ermittlungen wegen Beleidigung aufgenommen und wertet Videoaufzeichnungen aus. Sie suchen nun Zeugen, die Hinweise zur Identität des Unbekannten geben können. Mehr dazu gibt es in dem Bericht auf idowa.de.
Solche Vorfälle sind jedoch kein Einzelfall. In den letzten Jahren haben gewalttätige Übergriffe in Zügen zugenommen. Es wird immer häufiger von aggressivem Verhalten gegen Zug- und Lokpersonal berichtet. Hanny Weissmüller, Zentralpräsidentin der Landeskonferenz der Personalvertretungen (LPV), schilderte einen Vorfall, bei dem mehrere Dutzend Jugendliche im Zug randalierten. Die Kantonspolizei begleitete die Gruppe zwar bis zum Zug, intervenierte jedoch nicht und ließ die Situation eskalieren. Dies wirft Fragen zur Sicherheit in den Zügen auf – nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Deutschland.
Ein alarmierender Trend
Ralph Kessler, Zentralpräsident des Zentralverbands der Personalvertretungen (ZPV), betont, dass die Vorfälle nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Immer mehr Meldungen über Gewalt und Drohungen gegen das Personal kommen ans Licht. Allein im Jahr 2008 gab es 240 Aggressionen gegen SBB-Personal, während bis März 2024 bereits 400 Vorfälle im Bereich Kundenbegleitung und Reinigung verzeichnet wurden. Dies lässt sich nicht ignorieren. Die Schließung des Transportpolizei-Stützpunkts in Martigny wird von vielen als problematisch angesehen, da die Präsenz und Intervention in kritischen Situationen stark eingeschränkt ist.
Die Forderung nach mehr Personal und einer Doppelbegleitung in kritischen Zügen wird immer lauter. Die hohen psychischen und physischen Belastungen für das Personal sind nicht zu unterschätzen – im Durchschnitt fehlen Mitarbeiter:innen 26 Tage im Jahr aufgrund von Stress und Überlastung. Die Zunahme von Gewalt im öffentlichen Nahverkehr ist nicht nur ein Problem der SBB, sondern betrifft auch andere Verkehrsunternehmen. Daher sind umfassende Maßnahmen dringend erforderlich, um die Sicherheit für Fahrgäste und Mitarbeiter zu gewährleisten.
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