Heute ist der 13.05.2026 und wir werfen einen Blick auf die turbulente Lage bei der Horst-Brandstätter-Group, dem Hersteller der beliebten Playmobil-Spielzeuge. Eigentlich dachte man, dass diese Marke ein fester Bestandteil der Kindheit vieler wäre, doch die Realität sieht anders aus. Im Geschäftsjahr 2024/2025 musste das Unternehmen einen Umsatzrückgang auf 409 Millionen Euro verzeichnen, im Vergleich zu 490 Millionen Euro im Vorjahr (2023/24). Das ist ein harter Schlag, wenn man bedenkt, dass der Umsatz 2020/21 noch bei rund 760 Millionen Euro lag – das ist ein Rückgang von fast 50 Prozent. Ganz schön dramatisch!
Besonders erschreckend ist, dass das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr von einem „Nettoumsatz“ von 449 Millionen Euro sprach, was die Situation nicht wirklich besser macht. In den letzten Jahren wurden umfassende strukturelle Anpassungen und hohe Investitionen vorgenommen, was allerdings zu einem vorübergehend negativen Ergebnis führte. Konkrete Zahlen zu den Verlusten wurden zwar nicht veröffentlicht, doch es ist klar, dass die Lage angespannt ist. Zudem wurden rund 700 Stellen im In- und Ausland abgebaut. Ein harter Schnitt!
Ein Werk schließt, die Zukunft bleibt ungewiss
Ein weiterer bitterer Punkt: Das Werk in Dietenhofen, das letzte Produktionswerk in Deutschland, wird im Juni 2026 geschlossen. Damit endet die Fertigung in Deutschland nach über fünfzig Jahren. Die Folgen sind gravierend – bis zu 350 Arbeitsplätze gehen verloren, während die Produktion in Länder wie Malta und Tschechien verlagert wird. Bahri Kurter, der Vorstand, äußerte, dass die Entwicklungsarbeit der letzten Jahre positive Ergebnisse zeigt und die Markenpräsenz stärkt. Doch die Realität sieht anders aus.
Die Krise hat sich seit Mitte 2025 dramatisch verschärft. Trotz der Tatsache, dass kein Insolvenzantrag gestellt wurde und das Unternehmen nach wie vor zahlungsfähig ist, ist die Lage angespannt. Die Umsatzentwicklung spricht Bände: Im Deutschlandgeschäft 2024/25 wird ein weiterer Rückgang von 8 Prozent auf etwa 104 Millionen Euro prognostiziert. Ein gewaltiger Einschnitt, der nicht ignoriert werden kann. Die Gewerkschaft IGBCE hat bereits die Unternehmensführung kritisiert, was die ohnehin angespannte Situation nicht gerade verbessert.
Ursachen für die Misere
Was ist nur schiefgelaufen? Es gibt viele Gründe für die Misere. Eine schwindende Relevanz bei Kindern, ein Führungschaos nach dem Tod des Gründers im Jahr 2015, fehlende Produktinnovationen und steigende Produktionskosten sind nur einige der Faktoren, die zur aktuellen Krise beigetragen haben. Auch interne Konflikte, wie der Rücktritt des gesamten Betriebsrats im Jahr 2025, haben das Unternehmen weiter destabilisiert.
Die Restrukturierungsmaßnahmen sind in vollem Gange. Die Belegschaft wurde von 4.000 auf unter 3.400 Stellen weltweit reduziert. Das Unternehmen versucht, neue Zielgruppen zu erschließen, mit Produkten wie „Playmobil Junior“ und Sammlerstücken für Erwachsene. Auch digitale Gesellschaftsspiele sind in der Entwicklung. Für die Zukunft sieht es jedoch düster aus – ohne eine Trendwende droht Insolvenz oder Verkauf des Unternehmens.
Es bleibt zu hoffen, dass Playmobil einen Weg findet, sich aus der Krise zu befreien. Die Marke hat es verdient, in den Kinderzimmern dieser Welt einen Platz zu haben. Bleibt abzuwarten, ob die angestrebten Veränderungen fruchten und ob die Fans der bunten Figuren bald wieder Grund zur Freude haben werden.