Am vergangenen Samstag, den 22. April 2026, fand in Straubing der Landesjägertag des bayerischen Jagdverbands statt, bei dem die Wahl des Präsidenten im Mittelpunkt stand. Der Amtsinhaber Ernst Weidenbusch, der den Verband seit Dezember 2020 leitet, trat erneut zur Wahl an und wurde von Hubert Stärker aus Augsburg herausgefordert. In der Wahl um die drei Stellvertreterpositionen bewarben sich insgesamt sechs Personen. Besonders bemerkenswert ist, dass der bayerische Jagdverband seit 2009 der einzige der 16 Bundesländer ist, der nicht mehr Teil des Deutschen Jagdverbandes ist, was in den letzten Jahren zu internen Machtkämpfen führte, die bis in regionale Strukturen hineinreichten. So wurden beispielsweise die Kreisgruppen Bad Kissingen und Neuburg an der Donau aus dem Verband ausgeschlossen.
Zu den Gästen des Landesjägertags zählten unter anderem Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Bundesagrarminister Alois Rainer. Am Samstagvormittag fanden Foren zu wichtigen Themen wie dem Umgang mit der Gams, der Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht und den Hygieneregeln bei der Vermarktung von Wildbret statt. Der Bayerische Jagdverband, dem über 80.000 Jagdscheininhaber angehören, von denen rund 50.000 organisiert sind, hat sich in den letzten Jahren durch verschiedene Maßnahmen positiv in der Gesellschaft positioniert.
Rückblick auf Weidenbuschs Amtszeit
In seiner bisherigen Amtszeit hat Weidenbusch zahlreiche Erfolge vorzuweisen. Dazu zählt unter anderem die Rettung der Gams vor einer ganzjährigen Bejagung sowie der Bau von jagdlichen Schießleistungszentren. Auch die revierteübergreifende Nachsuche wurde vorangetrieben. Innovative Initiativen wie die Einführung der „Jagd in Bayern“-App und die Ausbildung von 1.200 Standaufsichten sowie 1.100 Wolfsschulungen zeigen, dass der bayerische Jagdverband sich aktiv für die Zukunft der Jagd engagiert. Zudem wurde die Veröffentlichung der Fachzeitschrift „JAGD in Bayern“ ins Leben gerufen, die wichtige Informationen und Neuigkeiten für die Mitglieder bereitstellt.
Weidenbusch hebt hervor, dass das Präsidium in Zukunft verstärkt auf strategische und jagdpolitische Fragen setzen kann, da qualifizierte hauptamtliche Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Die Verteilung der Mittel an die Kreisgruppen wird jährlich auf der Landesversammlung beschlossen und ist in den letzten Jahren gestiegen, was die interne Stabilität des Verbands fördert. Trotz der internen Herausforderungen hat sich der BJV bei der letzten Landesversammlung in Bad Aibling als homogene Einheit präsentiert.
Neues Jagdgesetz und Ausblick
Die Jagdrechtsnovelle in Bayern brachte kürzlich bedeutende Änderungen mit sich. So wurden Wolf und Goldschakal ins Jagdrecht aufgenommen und die Jagdzeiten für Rehwild neu geregelt. Ab dem 1. April 2026 tritt das neue Jagdgesetz in Kraft, welches unter anderem eine Abschussplanfreiheit für Rehwild unter bestimmten Voraussetzungen vorsieht. Diese Maßnahmen sollen nicht nur die Jagdlandschaft modernisieren, sondern auch Bürokratie abbauen und die Eigentumsrechte stärken. Die Jagdzeit auf Schmalrehe und Böcke beginnt nun am 16. April, was einen früheren Start für die Jäger bedeutet.
Die Herausforderungen innerhalb des Verbands und die anstehenden Wahlen zeigen, dass die Zukunft des bayerischen Jagdverbands spannenden Entwicklungen entgegenblickt. Die Mitglieder scheinen sich in ihrer Mehrheit für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Jagd zu engagieren, was auch die bevorstehenden Wahlen und die strategische Ausrichtung des Verbands beeinflussen wird. Für weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen im bayerischen Jagdverband und den Wahlen kann die detaillierte Berichterstattung unter np-coburg.de nachgelesen werden.