In Dachau hat ein bedeutender Wechsel im Stadtrat stattgefunden. Nach 19 Jahren hat sich Horst Ullmann, der sowohl für die SPD als auch später für die „Bürger für Dachau“ tätig war, von seinen Stadtratskollegen verabschiedet. Er hatte ursprünglich geplant, 20 Jahre im Stadtrat zu bleiben, wurde jedoch nicht wiedergewählt. Oberbürgermeister Florian Hartmann entließ in der 58. Sitzung des Stadtrates insgesamt 18 Stadträte, was eine markante Zäsur für die politische Landschaft der Stadt darstellt. Unter den verabschiedeten Mitgliedern befindet sich auch die dienstälteste Stadträtin, Gertrud Schmidt-Podolsky (CSU), die seit 1984 im Stadtrat tätig ist.
Die Verabschiedung fand in einem feierlichen Rahmen statt, wobei Oberbürgermeister Hartmann jedem scheidenden Stadtrat persönlich dankte und Geschenke überreichte. Schmidt-Podolsky bemerkte in ihrer Rede, dass sie in 42 Jahren genug geredet habe und nahm ihre Urkunde entgegen. Auch andere scheidende Stadträte äußerten sich emotional über ihre Zeit im Stadtrat. So drückte Silvia Neumeier (SPD) ihren Stolz auf die Menschlichkeit Dachaus aus, während Richard Seidl (Grüne) die Bedeutung der Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit hervorhob.
Die scheidenden Stadträte und ihre Verdienste
Zu den verabschiedeten Stadträten zählen auch Berkay Kengeroglu (25 Jahre alt), der nach sechs Jahren als Jugendreferent zurücktritt, um sich auf sein Jura-Examen zu konzentrieren, sowie Jasmin Lang und Thomas Kreß (beide Grüne), die auf jeweils 12 und 18 Jahre im Stadtrat zurückblicken können. Kreß äußerte den Wunsch nach besseren Fahrradbedingungen in Dachau, während Luise Krispenz (Grüne) ihre 18-jährige Amtszeit als überwiegend große Freude beschrieb. Richard Seidl hob die Ehre hervor, Dachau im Ausland vertreten zu haben.
Ein weiterer scheidender Stadtrat, Günter Dietz (CSU), erhielt den Spitznamen „Mister Sport“ und gestand, manchmal „penetrant“ gewesen zu sein. Auch Elisabeth Zimmermann (CSU) erinnerte sich an Konflikte mit Hartmann, betonte jedoch die Suche nach Lösungen. Rainer Rösch (ÜB) sprach von der Freude und Ehre, im Stadtrat gewesen zu sein, während Jürgen Seidl (FDP) seine Zeit als spannend, aber herausfordernd als Einzelkämpfer beschrieb.
Ausblick auf die zukünftige Stadtratsarbeit
Die Sitzung endete mit Applaus von den Anwesenden, einschließlich Markus Kellerer von der AfD. Die nicht mehr im Stadtrat vertretenen Mitglieder sind: Gertrud Schmidt-Podolsky, Elisabeth Zimmermann, Florian Schiller, Günter Dietz, Norbert Winter (CSU), Sylvia Neumeier, Brigitte Hinterscheid, Berkay Kengeroglu, Andreas Gahr (SPD), Luise Krispenz, Jasmin Lang, Thomas Kreß, Richard Seidl (Grüne), Rainer Rösch (ÜB), Horst Ullmann (Bürger für Dachau), Jürgen Seidl (FDP), Felix Beljung (Die Partei) und Jürgen Henritzi (AfD).
Die Verabschiedung der Stadträte ist nicht nur ein symbolischer Akt, sondern zeigt auch, wie sich die politische Landschaft in Dachau verändert. Die Sitzverteilung im Stadtrat erfolgt nach dem Berechnungsverfahren nach Sainte-Laguë/Schepers, wodurch die Stimmen entsprechend den höchsten Teilungszahlen verteilt werden. Dies ist besonders wichtig für die kommenden Wahlen und die zukünftige Zusammensetzung des Stadtrates.
Die Veränderungen im Stadtrat von Dachau sind ein deutliches Zeichen für einen politischen Neuanfang, der mit frischem Wind und neuen Ideen aufwarten könnte. Der Rückblick auf die Leistungen der scheidenden Stadträte wird sicher auch Ansporn für die neuen Mitglieder sein, die Verantwortung für die Bürger der Stadt zu übernehmen und die Demokratie aktiv zu verteidigen.
Weitere Informationen zu den Wahlen und Abstimmungen finden Sie auf der Webseite des Bayerischen Staatsministeriums.
Für mehr Details über die Verabschiedung der Stadträte besuchen Sie bitte die Süddeutsche Zeitung oder lesen Sie den Artikel auf Merkur.de.