In Dillingen an der Donau steht etwas ganz Besonderes zum Verkauf: Der Gärtnerpavillon im Schlossgarten. Ein architektonisches Juwel, das mit seiner Rotunde und dem Kegeldach nicht nur ein Blickfang ist, sondern auch eine bewegte Geschichte erzählt. Um 1750 wurde das Gebäude errichtet und hat seither viel erlebt. Doch seit zehn Jahren steht es leer, im Besitz des Freistaats Bayern. Es wird nun von der Denkmalbörse des Landesamtes für Denkmalschutz angeboten. Interessierte Käufer können sich auf eine Grundstücksfläche von 179 Quadratmetern freuen, die über Wasser- und Stromanschlüsse sowie Keller, Erdgeschoss und Obergeschoss verfügt.

Die Innenräume sind größtenteils leer – die Stadt hat den Pavillon nur als Abstellraum genutzt. Dennoch bietet er einen grandiosen Ausblick und bewahrt historische Bausubstanz. Besonders die türkisfarbenen Fresken in der Rotunde und das Wappen von B. Clemens Wenzelslaus, dem letzten Fürstbischof von Augsburg, der 1812 starb, verleihen dem Ort einen Hauch von Glanz. Doch aufgepasst: Der neue Eigentümer muss sich strikt an die Denkmalschutzauflagen halten, was mitunter eine echte Herausforderung darstellen kann.

Ein Blick in die Zukunft

Das Angebot läuft über ein Erbpachtmodell, bei dem ein jährlicher Erbbauzins für 60 Jahre zu zahlen ist, während das Gebäude nach Ablauf dieser Zeit zurückgegeben werden muss. Interessenten können bis Ende Juni ihre Gebote für den Erbbauzins abgeben. Spannend wird sein, wie viele sich für die Sanierung und Nutzung des Pavillons innerhalb der geforderten fünf Jahre begeistern lassen. Es wird auch denkmalschützerische Herausforderungen geben, wie die Rückführung eines nicht genehmigten Balkons.

Die Denkmalbörse, unter der auch dieses Projekt läuft, hat das Ziel, historische, oft leerstehende Gebäude an Käufer zu vermitteln. Dabei werden meist Denkmalämter oder Stiftungen als Betreiber eingesetzt. Käufer müssen sich verpflichten, die Gebäude im Einklang mit den Denkmalschutzvorgaben zu sanieren und zu erhalten. Fördermittel oder steuerliche Vorteile könnten den Erwerb erleichtern – das ist ein nicht zu vernachlässigendes Argument, wenn man sich die Kosten einer Sanierung vor Augen führt.

Sanierung mit Bedacht

Sanierungsprojekte an denkmalgeschützten Gebäuden sind oft eine Gratwanderung zwischen Erhalt des kulturellen Erbes und modernen Nutzungserfordernissen. Dabei ist eine sanfte Sanierung gefragt, die alte Substanz respektiert und sie mit modernen Materialien und Techniken in Einklang bringt. Wichtig ist, dass die Eigentümer, Investoren, Kommunen und Handwerksbetriebe eng zusammenarbeiten und frühzeitig mit der Denkmalbehörde kommunizieren. Genehmigungen sind unerlässlich, um Verzögerungen zu vermeiden – und das ist nicht immer einfach.

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Die Herausforderungen sind vielfältig: Verborgene Schäden, extreme Witterungsbedingungen und unvorhergesehene Kosten können den Zeitplan schnell durcheinanderbringen. Doch mit einer sorgfältigen Planung, Bestandsaufnahmen und der Wahl von diffusionsoffenen, naturbasierten Materialien kann der Erhalt der baulichen Identität gelingen. Und wer weiß, vielleicht wird der Gärtnerpavillon bald wieder lebendig, statt nur ein Schatten seiner selbst zu sein.

Was die Zukunft des Pavillons bringen wird, bleibt abzuwarten. Es bleibt spannend, ob sich ein Käufer findet, der bereit ist, die Herausforderungen anzunehmen und diesem historischen Bauwerk neues Leben einzuhauchen. Der Schlosspark bleibt unterdessen weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich – und der Pavillon wird vorerst nur über den Schlossgarten erreichbar sein.

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