Ehrung für Franz Wagner: 50 Jahre ehrenamtliches Engagement als Feldgeschworener in Thalham
In der kleinen, aber feinen Gemeinde Thalham im Landkreis Dingolfing-Landau gab es kürzlich einen ganz besonderen Anlass zu feiern. Franz Wagner, ein Mann, der sich seit nunmehr 50 Jahren als Feldgeschworener engagiert, wurde für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit geehrt. Die Feierlichkeiten fanden im Beisein von Landrat Werner Bumeder statt, der die Auszeichnung im Auftrag von Albert Füracker, dem Bayerischen Staatsminister der Finanzen und für Heimat, überreichte. Auch Bürgermeister Matthias Kohlmayer und Wolfgang Deigele vom Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung waren anwesend und überbrachten ihre Glückwünsche.
Am 22. September 1976 wurde Franz Wagner als Feldgeschworener vereidigt. Diese Rolle ist nicht nur mit großen Verantwortung verbunden, sondern auch mit einem tiefen Verständnis für die örtlichen Gegebenheiten. Feldgeschworene, wie Wagner, tragen zur Sicherung und Überwachung von Grundstücksgrenzen bei und unterstützen die Vermessungsverwaltung bei Grenzfeststellungen und Abmarkungen. Landrat Bumeder würdigte in seiner Ansprache Wagners Engagement und hob seine umfangreiche Erfahrung, sein Verantwortungsbewusstsein sowie seine Ortskenntnis hervor. Diese Eigenschaften sind in der heutigen Zeit, wo Grundstücksfragen oft zu Streitigkeiten führen können, von unschätzbarem Wert.
Die Rolle der Feldgeschworenen
Doch was genau macht ein Feldgeschworener eigentlich? Diese ehrenamtlichen Personen, die in Deutschland aktiv sind, gelten als die älteste kommunale Institution im Vermessungswesen. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Grenzzeichen zu setzen, zu überwachen und zu kontrollieren. Dabei sind sie nicht nur bei amtlichen Vermessungen dabei, sondern helfen auch, Grundstücksgrenzen sichtbar zu machen. Franz Wagner hat über die Jahre hinweg an vielen solchen Projekten mitgewirkt. Er hat neue Grenzzeichen gesetzt und verlorene Markierungen wiederhergestellt – eine Aufgabe, die nicht nur viel Fachwissen, sondern auch eine gewisse Sensibilität für die Bedürfnisse der Anwohner erfordert.
Die Auswahl der Feldgeschworenen erfolgt meist durch Wahl innerhalb der Gemeinde, was ihre enge Verbindung zur Bevölkerung unterstreicht. Der Eid, den sie ablegen, verpflichtet sie zur gewissenhaften Ausübung ihres Amtes. Ihr Amt führt sie in der Regel bis zu ihrem Lebensende, es sei denn, triftige Gründe führen zur Niederlegung oder zum Entzug des Amtes. Es ist bemerkenswert, dass sie während ihrer Amtsausübung auch fremde Flächen betreten dürfen, wenn es erforderlich ist. Diese Position ist also nicht nur ein Titel, sondern bringt auch eine ganze Reihe praktischer Herausforderungen mit sich.
Eine Tradition, die bleibt
Das Amt des Feldgeschworenen hat eine lange Tradition und einige Bräuche reichen bis ins Mittelalter zurück. Diese Traditionen sind nicht nur wichtig für die Erhaltung des kulturellen Erbes, sondern auch für die rechtliche Sicherheit im Grundstückswesen. Die Aussagen der Feldgeschworenen über den Zustand von Grenzzeichen sind von hohem Beweiswert und genießen Vertrauensschutz. Ihre Arbeit trägt dazu bei, Streitigkeiten über Grundstücksgrenzen zu vermeiden und sorgt dafür, dass alle Beteiligten über geplante Maßnahmen informiert werden. Das schafft Vertrauen und Sicherheit in der Gemeinschaft.
Franz Wagner ist ein Paradebeispiel dafür, wie wichtig ehrenamtliches Engagement in unserer Gesellschaft ist. Seine Arbeit und sein unermüdlicher Einsatz für die Gemeinschaft haben ihm nicht nur den Respekt der Behörden, sondern auch das herzliche Dankeschön seiner Nachbarn eingebracht. In Zeiten, in denen das Ehrenamt oft in Vergessenheit gerät, ist es umso wichtiger, solche Menschen zu würdigen und ihre Leistungen ins Licht zu rücken. Wer weiß, vielleicht inspiriert Wagners Beispiel ja den einen oder anderen, sich ebenfalls für das Gemeinwohl zu engagieren.
Für weitere Informationen über die Arbeit der Feldgeschworenen und ihre Bedeutung in Deutschland besuchen Sie bitte diese Seite.
Mehr über die Ehrung von Franz Wagner können Sie in der offiziellen Pressemitteilung nachlesen.
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