In Dingolfing, einer Stadt im Landkreis Dingolfing-Landau, gibt es aktuell eine unerwartete Suche, die die Herzen der Tierliebhaber höher schlagen lässt. Die Polizei hat zwei Kaninchen entdeckt, die anscheinend allein gelassen wurden. Diese kleinen Fellknäuel wurden in der Nacht von Sonntag auf Montag bei einem Spielplatz in der Spitzwegstraße gefunden. Ein aufmerksamer Passant hatte die Polizei verständigt, die daraufhin sofort reagierte. Eine Streifenbesatzung schnappte sich die Tiere und brachte sie zur Polizeiinspektion, wo sie zunächst in Obhut genommen wurden.
Inzwischen hat die Polizei Kontakt mit einem Tierheim aufgenommen, um für die Kaninchen eine geeignete Weiterverpflegung und Unterbringung zu organisieren. Doch bevor es dazu kommt, hofft die Polizei auf Hinweise von der Bevölkerung. Wer die kleinen Häschen vermisst oder Informationen über deren Herkunft hat, kann sich unter der Telefonnummer 08731/31440 melden. Es ist ein wenig traurig zu sehen, dass Tiere oft einfach ausgesetzt werden, ohne dass jemand über ihre Bedürfnisse nachdenkt.
Ein Blick über die Grenze
Solche Vorfälle sind nicht nur in Dingolfing ein Thema. Auch in Norderstedt, einem Ort in Schleswig-Holstein, wurde kürzlich von einem ähnlichen Fall berichtet. Im Sommer 2025 wurden dort mehrere ausgesetzte Kaninchen gefunden, und das Tierheim Henstedt-Ulzburg erhebt Vorwürfe gegen eine Influencerin. Eines der Kaninchen war sogar tot, während die anderen abgemagert waren. Die Hinweise führten die Tierheim-Mitarbeiter zu der Influencerin, die in früheren Videos die Kaninchen identifizieren ließ. Es ist schockierend, wie leichtfertig Tiere in solchen Situationen behandelt werden.
Die Influencerin äußerte auf Instagram, dass sie die Kaninchen in einem Waldstück freigelassen habe, in der Annahme, es gehe ihnen dort besser. Das Tierheim hat mittlerweile Strafanzeige gestellt, und die Polizei sieht keine Anzeichen für Tierquälerei. Der Fall wurde jedoch an die Stadt Norderstedt wegen einer möglichen Ordnungswidrigkeit verwiesen. Tierschützer in Schleswig-Holstein fordern eine Registrierungspflicht für Kleintiere, ähnlich der geplanten Regelung für Katzen. Ellen Kloth vom Tierschutzbund betont, dass eine solche Maßnahme helfen könnte, Aussetzungen zu verhindern.
Die Situation der Tiere
In diesem Jahr wurden bereits etwa 1000 Tiere in Schleswig-Holstein ausgesetzt, und die Pflegekosten für die ausgesetzten Kaninchen belaufen sich auf mehrere tausend Euro in nur drei Monaten. Katja Vogel, die Leiterin des Tierheims, wünscht sich, dass Menschen ihre Tiere im Notfall lieber im Tierheim abgeben, anstatt sie auszusetzen. Das ist ein Thema, das uns alle betrifft – die Verantwortung für die Tiere, die wir in unsere Familie aufnehmen.
Die EU plant außerdem strengere Vorgaben zur Eindämmung des illegalen Tierhandels, inklusive einer Chip-Pflicht für Hunde und Katzen. Dies könnte auch dazu beitragen, dass Tiere nicht in die falschen Hände geraten. Der Fall der ausgesetzten Kaninchen zeigt, wie wichtig es ist, über Tierschutz nachzudenken und Verantwortung zu übernehmen.
In Dingolfing dürfen wir die Augen nicht verschließen – auch wenn die Kaninchen im Moment ein neues Zuhause suchen, müssen wir uns alle für einen respektvollen Umgang mit Tieren einsetzen. Wer weiß, vielleicht findet sich ja bald der rechtmäßige Besitzer der beiden Kaninchen, die in der Spitzwegstraße umherhoppeln.