Am Freitag unternahm eine elfköpfige Gruppe der DAV-Sektion Dingolfing eine Wanderung im Bayerischen Wald. Diese Region, bekannt für ihre dichten Wälder und unberührte Natur, bot den perfekten Hintergrund für das Abenteuer. Das Ziel war die beeindruckende Saußbachklamm bei Waldkirchen, gefolgt vom malerischen Erlauzwieseler Stausee. Der Startschuss fiel an der Saußmühle, einem charmanten alten Bayerwaldgehöft, das heute als Bio-Laden fungiert und sicherlich das ein oder andere nachhaltige Produkt anbot. Die Wanderung begann mit einem steilen Anstieg über die Straße – ein echter Wachmacher, der sofort die Beine in Schwung brachte.
Nachdem die Gruppe das schattige Waldgebiet erreicht hatte, wurde der Weg zum Pfad, der sich durch die üppige Flora schlängelte. Der Saußbach plätscherte anmutig rechts über Granitfelsen in der Waldschlucht, umgeben von sattem, grünem Blätterdach. Die Luft war frisch, und der Duft von feuchtem Holz und Erde lag in der Luft. Es war einfach ein Genuss, diese Schönheit zu erleben. Die Wanderer hatten nicht nur die Natur um sich, sondern auch den Klang des Wassers, das sich seinen Weg durch die Felsen bahnte.
Historische Entdeckungen in Waldkirchen
Waldkirchen, am historischen Handelsweg Goldener Steig gelegen, hat eine lange Geschichte als Markt und Handelszentrum, die bis ins Jahr 1285 zurückreicht. Die Stadt hat sich viel von ihrem alten Charme bewahrt, und Teile der ehemaligen Marktbefestigung aus dem 15. Jahrhundert sind heute noch zu bestaunen. Die Grabenkapelle, errichtet im Jahr 1725, ist ein weiteres Zeugnis der reichen Geschichte. Das Rathaus, im Neobarockstil erbaut, bietet einen eindrucksvollen Anblick. Hier, an der Ringmauerstraße, beginnt die Wanderung offiziell.
Die Saußbachklamm, die seit 1939 ein Naturschutzgebiet ist, zeigt eine beeindruckende Flora mit Moosen und Farnen, die die Wände der Schlucht zieren. Nach etwa 2,5 km erreichten die Wanderer die Haller-Alm, wo sie eine wohlverdiente Rast einlegten. Ein paar Snacks und ein bisschen Plauderei – so macht das Wandern doppelt Spaß! Der Weg führte weiter durch abwechslungsreiche Landschaften und nach etwa 5,4 km zur beeindruckenden Kulisse des Erlauzwieseler Sees. Der See, der in den 1960er Jahren zur touristischen Belebung angelegt wurde, bietet zahlreiche Freizeitmöglichkeiten wie Wassertreten und das Chillen in der Natur.
Ein Paradies für Wanderfreunde
Die Wanderung führte die Gruppe weiter hinauf, bis sie nach etwa 8,2 km den höchsten Punkt bei 622 m erreichten. Von hier oben bot sich ein atemberaubender Ausblick auf die umliegende Landschaft des Bayerischen Waldes – ein wahrer Genuss für die Augen. Der Waldsteig, der bergab durch den Ratzinger Weg führte, war eine willkommene Abwechslung für die müden Beine. Die Wanderung endete schließlich im historischen Innenstädtchen von Waldkirchen, wo der Marktplatz mit seiner Mariensäule aus dem Jahr 1871 und dem Marktbrunnen zum Verweilen einlud. Die Kirche St. Peter und Paul, auch als Bayerwald-Dom bekannt, mit ihrem imposanten Turm, rundete den Tag ab und ließ die Wanderer in die Geschichte eintauchen.
Der Bayerische Wald ist nicht nur ein beliebtes Wanderziel, sondern auch Teil des größten zusammenhängenden Waldschutzgebiets Mitteleuropas. Hier kann man in der Natur nicht nur entspannen, sondern auch seltene Tiere wie Luchse und Fischotter in freier Wildbahn beobachten. Wanderer können sich auf vielfältige Wege freuen, die durch diese geschützte Landschaft führen. Der Goldsteig, der die Region durchzieht, ist ein weiteres Highlight und bietet zahlreiche Etappen für wanderfreudige Entdecker. Die Vielfalt der Natur und die beeindruckenden Ausblicke machen den Bayerischen Wald zu einem ganz besonderen Ort für Natur- und Wanderliebhaber.
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