In der letzten Kreistagssitzung im Donau-Ries hat Landrat Stefan Rößle einige langjährige Mitglieder verabschiedet, die nicht erneut für eine Wahl kandidiert haben oder nicht wiedergewählt wurden. Ein feierlicher Moment, der sowohl Dankbarkeit als auch ein wenig Wehmut in der Luft liegen ließ. Mit einem Präsentkorb bedankte sich Rößle bei all jenen, die sich über die Jahre für die Region eingesetzt haben. Es war eine würdige Verabschiedung, die die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements in der Kommunalpolitik unterstrich.

Zu den verabschiedeten Mitgliedern, die für sechs Jahre oder weniger im Kreistag tätig waren, zählen unter anderem Elisabeth Hörr von der AfD, Martin Scharr von der PWG und mehrere Mitglieder der CSU. Auch Georg Wiedemann von der SPD und Dr. Katharina Weickhmann von den Grünen waren unter denjenigen, die in dieser Sitzung gewürdigt wurden. Besonders auffällig ist die Vielzahl an CSU-Mitgliedern – ein Zeichen für die starke Präsenz dieser Partei im Kreistag.

Langjährige Verdienste

Einige Mitglieder wurden für ihre langjährige Treue zum Kreistag geehrt. Peter Moll und Günther Pfefferer, beide von der SPD und CSU, haben jeweils zwölf Jahre im Gremium gedient. Dominik Ach von den Grünen, Dr. Andreas Becker (parteilos), Ruth Meißler von der CSU sowie Dr. Stefanie Musaeus von der PWG wurden für 18 Jahre ausgezeichnet. Besonders beeindruckend ist die Bilanz von Reinhold Bittner, Armin Neudert und Josef Reichensberger, die jeweils 24 bzw. 30 Jahre im Kreistag tätig waren. Manfred Seel und Helmut Beyschlag, die unglaubliche 36 Jahre im Amt sind, wurden ebenfalls gewürdigt. Solche langen Amtszeiten sind in der heutigen Zeit eher selten und zeugen von einer tiefen Verbundenheit mit der Region.

Diese Verabschiedungen werfen auch einen Blick auf die Herausforderungen, vor denen Kommunalpolitiker heute stehen. Die Mitglieder der Kreistage sind keine Abgeordneten im klassischen Sinne; sie sind Teil von Verwaltungsorganen, die sich dem öffentlichen Wohl verpflichtet fühlen. Anders als in Parlamenten haben sie keine Immunität und können strafrechtlich verfolgt werden. Das ist ein gewisses Risiko, das viele aus Verantwortung für ihre Mitbürger eingehen.

Engagement trotz widriger Umstände

Die meisten Kommunalpolitiker sind in der Regel ehrenamtlich tätig, und die Entschädigungen sind oft nicht der Hauptmotivationsfaktor. In kleinen Gemeinden, wie sie viele im Donau-Ries haben, liegt die monatliche Vollpauschale bei etwa 234 Euro, in größeren Städten kann sie bis zu 642 Euro betragen. Auch im Kreistag variiert die Entschädigung je nach Größe des Kreises. Dennoch, viele von ihnen erfahren in den letzten Jahren zunehmend Anfeindungen, was das Engagement erschwert. Das ist schon ein bisschen frustrierend, denn die meisten wollen ja nur das Beste für ihre Gemeinde.

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Es ist bemerkenswert, wie viel Leidenschaft und Zeit die Mitglieder in ihre Arbeit stecken, oft ohne die entsprechenden finanziellen Anreize. Das zeigt, dass es hier nicht nur um Geld geht, sondern um den Wunsch, etwas zu bewegen und die Region voranzubringen. Im Donau-Ries wird das besonders deutlich, wenn man die Gesichter der scheidenden Mitglieder sieht – viele von ihnen haben ein Stück Heimatgeschichte mitgestaltet und werden sicher in der Erinnerung der Bürger bleiben.

Weitere Informationen zu den Aufgaben und der Bedeutung von Kreistagen sind in einem Artikel auf WDR zu finden, der die rechtlichen Grundlagen und die Herausforderungen von Kommunalpolitikern beleuchtet. Hier geht’s zum Artikel.