Heute ist der 25.04.2026. Im Landkreis Donau-Ries stehen die Zeichen auf Wandel, denn Stefan Rößle wird nach 24 Jahren als Landrat am 30. April aus dem Amt scheiden. Der Abschied ist für ihn ein „Wechselbad der Gefühle“. Sein Terminkalender ist bis zum letzten Tag gefüllt, was es ihm schwer macht, sich mit seinem Abschied auseinanderzusetzen. Zahlreiche Mitarbeiter und Bürger haben noch Anliegen, die sie mit ihm besprechen möchten. Ein besonders bewegender Moment in dieser Zeit war ein Abschiedslied, das die Mitarbeiter der Kämmerei für ihn vorbereitet hatten. Trotz seiner intensiven Agenda bleiben noch 170 Punkte auf seiner Aufgabenliste, die er nicht mehr abarbeiten kann.
Sein Nachfolger, Michael Dinkelmeier, hat in den letzten Monaten bereits einen guten Eindruck hinterlassen. Dinkelmeier, der als erster Landrat von den Freien Wählern im Donau-Ries gilt, war oft bei den Terminen anwesend, und die Zusammenarbeit zwischen den beiden verläuft harmonisch. Rößle hatte nicht damit gerechnet, dass Dinkelmeier bei der Wahl so erfolgreich sein würde, da er ihn anfangs unterschätzt hatte. Während er selbst mehr Kontakt zu Claudia Marb, seiner Stellvertreterin, hatte, die ihm durch ihre Erfahrung und Bekanntheit zur Seite stand, überzeugte Dinkelmeier die Wähler vor allem durch Fleiß, Präsenz an Haustüren und Aktivität in sozialen Medien.
Wahlergebnisse und der Generationswechsel
Die Stichwahl am 22. März 2026 brachte für Dinkelmeier einen überwältigenden Sieg: Er erhielt 62,3 Prozent der Stimmen, während seine Gegenkandidatin Claudia Marb von der CSU 37,7 Prozent der Stimmen erhielt. Dinkelmeier lag bereits nach den ersten ausgezählten Wahlbezirken mit über 60 Prozent in Führung und behielt diese bis zum Schluss. Besonders bemerkenswert sind die Wahlergebnisse in einzelnen Städten: In Wemding erhielt Dinkelmeier 82,1 Prozent der Stimmen, während Marb in Rain 65,9 Prozent erreichen konnte. Insgesamt gewann Dinkelmeier fast im gesamten Landkreis, was ihn als Vertreter eines Generationswechsels in der politischen Landschaft des Donau-Ries etabliert.
Rößle betont, dass auch Claudia Marb stark gekämpft hat und sich für die CSU eingesetzt hat. Der Wechsel an der Spitze des Landkreises wird als Chance gesehen, frischen Wind in die lokale Politik zu bringen. Es bleibt abzuwarten, wie Dinkelmeier die Herausforderungen, die vor ihm liegen, angehen wird und inwiefern er die Erwartungen der Wähler erfüllen kann.
Die Entwicklungen im Donau-Ries könnten auch für die politische Landschaft in ganz Deutschland von Interesse sein, da sie zeigen, dass neue politische Strömungen und Parteien zunehmend an Einfluss gewinnen. Der Wechsel von Rößle zu Dinkelmeier könnte somit nicht nur lokal, sondern auch überregional Bedeutung haben.