Das Erzbistum Gitega in Burundi und das Bistum Eichstätt in Deutschland feiern in diesem Jahr ein bemerkenswertes Jubiläum: Fünf Jahrzehnte Partnerschaft. Diese Verbindung wurde einst durch Prälat Willi Reitzer, Regens Georg Härteis und Jugendpfarrer Johann Limbacher gelegt, während einer Reise nach Burundi zum Jahreswechsel 1975/76. Ein mutiger Schritt, der beiden Seiten eine Möglichkeit bot, voneinander zu lernen und Solidarität zu erleben. Burundi, eines der kleinsten Länder Afrikas, zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Hier leben rund drei Viertel der Bevölkerung in Armut, und die Lebensrealität ist stark landwirtschaftlich geprägt. Viele Burundier*innen sind in der Subsistenzlandwirtschaft tätig, was bedeutet, dass sie hauptsächlich für den Eigenbedarf anbauen.

Die Herausforderungen sind enorm: Die Bevölkerung wächst rasant, und die fehlende Geburtenkontrolle führt zu einem hohen Druck auf die ohnehin schon knappen landwirtschaftlichen Flächen. Zersplitterte Parzellen durch Erbteilungen und jahrzehntelange ethnopolitische Konflikte beeinflussen das tägliche Leben, wobei Täter und Opfer oft direkt nebeneinander wohnen. Im Jahr 1996 fand in Bugendana ein Massaker statt, das die Notwendigkeit der Partnerschaft zwischen den beiden Bistümern unterstrich. Das Sozial- und Pastoralzentrum Bugendana, das als zentrales Projekt der Partnerschaft fungiert, entwickelt sich zu einem multifunktionalen Zentrum. Hier werden Kirche, Pfarrhaus, Gemeindesaal, Schulen, Gesundheitsstation und berufliche Bildung durch Solarenergie versorgt. Ein wahrhaftiger Lichtblick in einer düsteren Landschaft.

Entwicklungshilfe und Bildung

Die Partnerschaft zwischen Gitega und Eichstätt hat nicht nur finanzielle Unterstützung hervorgebracht; seit 2011 flossen über 3 Millionen Euro aus Eichstätt in Projekte, insgesamt rund 4,4 Millionen Euro, wenn man Drittmittel zählt. In den Anfangsjahren lag der Fokus auf dem Aufbau kirchlicher Strukturen und der Ausbildung von Priestern. Zwölf Seminaristen aus Gitega wurden in Eichstätt ausgebildet, und einige von ihnen lehren mittlerweile an Hochschulen in Burundi. Diese Verbindung ist nicht nur eine Einbahnstraße: Priester aus Gitega sind zeitweise in Eichstätt tätig und tragen aktiv zur Vertiefung der Partnerschaft bei.

Ein weiteres bemerkenswertes Projekt ist die Kooperation zwischen der Maria-Ward-Realschule und dem Gehörlosenzentrum CESDA in Gitega, das 240 Kinder und Jugendliche betreut. Regelmäßige Spendenaktionen unterstützen die wertvolle Arbeit dieses Zentrums. Wenn man bedenkt, dass über 2,8 Millionen Euro seit 2015 aus Eichstätt in Projekte in Burundi geflossen sind, wird deutlich, wie ernst es den Beteiligten mit der Unterstützung ist. Ein Memorandum zwischen Bischof Gregor Maria Hanke und Erzbischof Bonaventure Nahimana bekräftigt die Partnerschaft und lässt auf einen regelmäßigen, zukünftigen Austausch hoffen.

Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen

Im Juli wird eine Delegation aus Gitega das Bistum Eichstätt besuchen. Unter den Gästen wird auch Erzbischof Bonaventure Nahimana sein. Das Programm umfasst Besuche sozialer Einrichtungen, Schulen und Pfarreien, und das Highlight des Besuchs? Eine Trommlergruppe tritt am 11. Juli auf, gefolgt von einem Festgottesdienst im Dom, musikalisch begleitet von einem Projektchor. Zugleich findet am 5. Juli eine diözesane Sonderkollekte für das Projekt Bugendana statt, um die finanzielle Unterstützung weiter zu stärken.

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Doch die Situation in Burundi bleibt angespannt. Die medizinische Versorgung ist unzureichend, Nahrungsmittel sind knapp, und die Bevölkerung leidet unter chronischer Unterernährung. Über 52 % der Kinder unter fünf Jahren sind betroffen. Die Vergangenheit ist von Bürgerkriegen geprägt, und trotz Fortschritten in Frieden und Versöhnung bleibt die Lage fragil. Mehr als 150.000 Menschen mussten 2015 aufgrund von gewalttätigen Auseinandersetzungen fliehen. Die burundische Regierung arbeitet mit dem UNHCR zusammen, um Flüchtlingen Schutz zu bieten und Rückkehrprogramme zu fördern.

Die Partnerschaft zwischen Eichstätt und Gitega ist also nicht nur eine Verbindung von Herzen, sondern auch eine Antwort auf die drängenden Herausforderungen, die Burundi plagen. Die Vision für die Zukunft ist klar: gute Regierungsführung, wirtschaftliches Wachstum und Umweltschutz stehen im Fokus. Ein langer Weg, aber vielleicht, mit der Hilfe von Freunden aus der Ferne, ein gangbarer.

Weitere Informationen finden Sie in diesem Artikel oder auf den Seiten der GIZ und World Vision.

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