Heute ist der 12.05.2026 und wir werfen einen Blick auf die charmante Stadt Eichstätt in Oberbayern, die nicht nur für ihre beeindruckende Architektur bekannt ist, sondern auch für ihre bewegte Geschichte. Kürzlich hatte Volker Hauer die Möglichkeit, einen virtuellen Besuch im Heimathaus zu führen. Dabei wurde deutlich, wie sehr die Stadt von Persönlichkeiten wie Karljosef Schattner geprägt wurde, der von 1924 bis 2012 lebte und über 35 Jahre als Diözesanbaumeister tätig war. Schattner war ein kreativer Kopf, der über 24 Projekte in Eichstätt realisierte, wobei er alte und moderne Baukunst miteinander verband. Seine „Kunst der Fuge“ lässt sich besonders gut am Ulmer Hof beobachten, der zwischen 1978 und 1981 zur Teilbibliothek der Katholischen Universität umgebaut wurde.
Eichstätt selbst ist eine Kreisstadt mit etwa 14.000 Einwohnern, die eine lange Geschichte hat, die bis zur Gründung eines Missionsklosters durch den heiligen Willibald im Jahr 741 zurückreicht. Besonders eindrucksvoll ist die Willibaldsburg, die 1335 erbaut wurde und bis 1725 Sitz der Eichstätter Bischöfe war. Diese historische Kulisse wird von dem barocken Stil geprägt, der nach der Zerstörung der Stadt während des 30-jährigen Krieges im Jahr 1634 wiederaufgebaut wurde. Der Wiederaufbau ab 1662 hat Eichstätt zu einem architektonischen Kunstwerk gemacht, das in Europa einzigartig ist.
Architektur und Glauben
Im Vortrag wurden auch weitere Themen angesprochen, wie die erzkatholische Glaubenserziehung und der Jesuitenorden, die für die Stadt eine wichtige Rolle spielen. Es ist faszinierend zu sehen, wie die Religion und Architektur in Eichstätt miteinander verwoben sind. Die Stadt strahlt eine ruhige, fast meditative Atmosphäre aus, die zum Verweilen einlädt. Die Verbindung von Barock und modernen Elementen – denkt man an die Glasfassaden und Profilblechdächer, die Schattner meisterhaft integriert hat – zeigt auf, wie lebendig und dynamisch der architektonische Diskurs hier ist.
Die Stadt Eichstätt ist nicht nur ein Ort der Geschichte, sondern auch ein lebendiger Raum, in dem Tradition und Moderne aufeinandertreffen. Die Erzählungen über Karljosef Schattner und seine Visionen sind ein Fenster in die Vergangenheit und gleichzeitig ein Anstoß, die Zukunft der Stadt zu betrachten. Die Herausforderungen, die die Stadt im Laufe der Jahrhunderte meistern musste, sind sicherlich nicht zu unterschätzen, aber sie haben Eichstätt zu dem gemacht, was es heute ist – ein Ort, der sowohl Touristen als auch Einheimische begeistert.