Heute ist der 25.04.2026 und in Erding gibt es spannende Neuigkeiten aus der Welt des Naturschutzes. Die Kreisgruppe Erding im Bund Naturschutz (BN) steht vor einem bedeutenden Jubiläum: Im Juni 2026 feiert sie ihr 50-jähriges Bestehen. Mit rund 3700 Mitgliedern ist die Gruppe eine wichtige Stimme für die Natur in der Region.
Im vergangenen Jahr, 2025, wurden mehrere Einsätze zum Schutz von Tieren und Landschaften durchgeführt. Vorsitzende Gabriele Betzmeir äußerte, dass die Probleme für die Natur nicht weniger geworden sind. Besonders besorgniserregend ist der erreichte Sättigungsgrad an Straßen im Landkreis. Unter den Einsätzen befand sich auch die bemerkenswerte Sammlung von rund 350 Kröten bei Langengeisling, die von den engagierten Mitgliedern durchgeführt wurde. Eine Haus- und Straßensammlung brachte zudem rund 10.000 Euro ein, die der Erhaltung der Natur zugutekommen.
Aktivitäten und Projekte der Kreisgruppe
Die Kreisgruppe war im vergangenen Jahr besonders aktiv. Sie führte vier Einsätze und vier Exkursionen durch und zeigte eine Ausstellung in der Stadtbücherei. Zudem nahm der BN am Tag der Vereine in Erding teil. Energielotse Wolfgang Moises stellte das innovative Energiespardorf am Gymnasium Dorfen vor, während Violetta Just über das Niedermoor-Projekt an der Gfällach berichtete. Hier wurde ein Messgerät für den Grundwasserpegel installiert, der derzeit bei etwa 1,50 Metern liegt. Eine Wassereinleitungsmaßnahme soll bis Ende April abgeschlossen sein.
Des Weiteren wurden Maßnahmen zur Bekämpfung der invasiven Goldrute durchgeführt. Die Einführung eines neuen Formats „Work after Work“ für monatliche Arbeitseinsätze hat das Engagement der Mitglieder weiter gestärkt. Außerdem findet jeden zweiten Mittwoch ein Stammtisch statt, der den Austausch und die Planung weiterer Aktivitäten fördert.
Finanzielle Situation und Ausblick
Die finanzielle Situation der Kreisgruppe sieht laut Schatzmeister Robert Buckenmaier positiv aus. Mit Einnahmen von rund 68.000 Euro und Ausgaben von rund 65.000 Euro weist die Kasse einen Gesamtbestand von etwa 80.000 Euro auf. Revisor Max Schmid bestätigte eine gute Kassenführung, und langjährige Mitglieder wie Monika Wenger und Max Schmid wurden geehrt. Dominik Fuchs sprach über die dringend benötigte Verkehrswende und deren positive Auswirkungen, wobei der Verkehrsbereich im Landkreis mit 22 Prozent über dem Soll liegt.
Fuchs plädierte für eine 15-Minuten-Stadt, in der wichtige Einrichtungen bequem zu Fuß oder per Fahrrad erreichbar sind. Zudem sprach er sich für ein flexibles Rufbussystem aus, wie es bereits erfolgreich in Moosburg umgesetzt wird. Diese Ansätze tragen dazu bei, den Verkehr nachhaltiger zu gestalten und die Lebensqualität in der Region zu erhöhen.
Die Herausforderungen im Verkehrssektor sind jedoch nicht zu unterschätzen. In Deutschland sind die Treibhausgasemissionen im Verkehr hoch, und die Verkehrsinfrastruktur belastet das Klima, verbraucht Ressourcen und versiegelt Böden. Laut einem Positionspapier des NABU hat die bisherige Verkehrsplanung zur Verschärfung der Biodiversitätskrise beigetragen. Es ist wichtig, dass Eingriffe in die Natur minimiert und durch Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen kompensiert werden. Nur 73 Prozent der vorgesehenen Ausgleichsmaßnahmen werden umgesetzt, oft sind sie unzureichend.
Die Bahn gilt als das klimafreundlichste motorisierte Verkehrsmittel mit geringeren CO₂-Emissionen, und der NABU fordert eine Priorisierung von Erhalt, Elektrifizierung und Reaktivierung bestehender Bahnstrecken. Auch der Rad- und Fußverkehr sind die nachhaltigsten Fortbewegungsarten. Ein Umdenken in der Verkehrswegeplanung ist gefordert, um umweltfreundliche Verkehrsmittel zu fördern und die Integration von Umweltaspekten in die Verkehrsplanung konsequent umzusetzen.