Heute ist der 19.04.2026 und in Erding wird gegen die Herausforderungen der Gewässerpflege angegangen. Der Freistaat Bayern hat in einer aktuellen Maßnahme des Wasserwirtschaftsamtes München einen mittleren sechsstelligen Betrag investiert, um das aufgelandete Sediment der Sempt zu beseitigen. In den letzten Wochen wurden bereits etwa 3000 Kubikmeter Schlamm aus dem Gewässer abgesaugt, eine Aktion, die sowohl der Verbesserung der Abflussverhältnisse als auch der Gewässerökologie dient.
Auf der Insel der Pointnermühle liegt nun eine große Matratze aus Geotextil, die den abgesaugten Schlamm enthält. Dieses Material ist nicht nur wasserdurchlässig, sondern ermöglicht auch eine effektive Trocknung des Sediments. Um die Geruchsbelästigung während dieses Prozesses zu minimieren, kommen spezielle Geotubes zum Einsatz. Ein ökologisch verträgliches Fällmittel wurde dem Schlamm beigemischt, um die Abtrocknung zu beschleunigen. Je stärker das Sediment entwässert, desto weniger Material muss später verwertet werden, was die Effizienz der Maßnahme erhöht.
Technische Herausforderungen und Lösungen
Die innerstädtische Lage der Sempt stellte eine Herausforderung dar: enge Platzverhältnisse und erschwerte Zugänglichkeit erforderten den Einsatz von Spezialtechnik. Zwei amphibische Saugboote wurden mobilisiert, um das Sediment effizient zu entfernen. Das aufgelandete Material wurde mit Schläuchen in die Geotubes gepumpt, die nun auf der Lagerfläche auf der Insel der Pointnermühle bereitstehen.
Die Maßnahme muss aus fischerei- und naturschutzfachlicher Sicht bis Mitte April abgeschlossen sein, um ein frühzeitiges Ausufern der Sempt zu vermeiden. Bereits im September wurden rund 700 Kubikmeter Material unterhalb der Reisermühle in Altenerding entnommen, und das Wasserwirtschaftsamt hat auch die Sedimententnahme der Erdinger Wasserkraftbetreiber koordiniert. Ziel dieser Anstrengungen ist es, Feinsediment zu entfernen und eine natürliche Lebensgrundlage für kieslaichende Fische sowie andere Kleinstlebewesen in der Sempt zu schaffen.
Nachhaltigkeit und Ausblick
Die Entschlammung der Sempt ist Teil einer umfassenden Reihe von Maßnahmen, die das Wasserwirtschaftsamt im Stadtbereich von Erding plant und umsetzt. Die Kombination aus innovativer Technologie, ökologischen Fällmitteln und einer durchdachten Logistik zeigt, wie moderne Gewässerpflege aussehen kann. Diese Vorgehensweise verbessert nicht nur die Abflussverhältnisse, sondern trägt auch nachhaltig zur Erhaltung der Gewässerökologie bei. Die Anstrengungen in Erding könnten als Vorbild für ähnliche Projekte in anderen Regionen dienen, denn schließlich ist der Schutz und die Pflege unserer Gewässer eine Aufgabe, die uns alle betrifft.
Für weitere Informationen zu den aktuellen Maßnahmen und Hintergründen besuchen Sie bitte die Merkur-Seite oder die Wochenanzeiger-Seite.