Fischadler-Küken auf Hochspannungsmast in Erlangen-Höchstadt entdeckt
In der Region Erlangen-Höchstadt wurde etwas ganz Besonderes entdeckt: Ein Nest mit drei Fischadler-Küken, die auf einem Strommast des Bayernwerks leben. Das ist nicht nur ein schöner Anblick, sondern auch ein wichtiger Schritt für den Naturschutz. Fischadler sind in der Roten Liste gefährdeter Brutvögel Bayerns als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft. Ihr Vorkommen ist sehr lokal, was das Ganze noch beeindruckender macht. Das Bayernwerk zeigt sich begeistert über diese „ökologische Sensation“. So viel Tierliebe und Engagement – das tut gut!
Die Untere Naturschutzbehörde Erlangen-Höchstadt und die Höhere Naturschutzbehörde der Regierung Oberfranken haben das Bayernwerk über das Nest informiert. Das Unternehmen hat daraufhin ein Team aus Umweltexperten und Biologen zusammengestellt, die eine Beringungsaktion für die Küken organisiert haben. Der Servicetechniker Alexander Dürst hat sich sogar gesichert auf den Mast gewagt, um die Küken zu den Beringern am Boden zu transportieren. Die Tierchen waren zu diesem Zeitpunkt vier bis fünf Wochen alt und wurden gewogen, vermessen und mit Ringen ausgestattet. Diese Ringe sind nicht nur schick, sondern erlauben auch eine spätere Identifikation der Vögel, was für die Beobachtung ihrer Ausbreitung und Brutgewohnheiten wichtig ist.
Schutzmaßnahmen und Herausforderungen
Das Brutpaar der Fischadler wird im Rahmen eines Artenhilfsprojekts von Ehrenamtlichen beobachtet. Diese engagierten Helfer sind von unschätzbarem Wert, denn die Fischadler dürfen auf dem Hochspannungsmast bleiben, was für die Stromversorgung kein Problem darstellt. Allerdings birgt der Nestbau gewisse Risiken: Große Äste können auf die Leitungen fallen und Kurzschlüsse oder sogar Stromausfälle verursachen. Daher ist es wichtig, solche Vorfälle durch geeignete Maßnahmen zu verhindern. Um Verletzungsgefahr für die Tiere zu minimieren, setzt das Bayernwerk auf Ausweichmaste mit Nisthilfen und Vogelschutzhauben. Jährlich werden bis zu zehn dieser Ausweichmaste aufgestellt, um die Natur und die Stromversorgung in Einklang zu bringen.
Die Population der Fischadler entwickelt sich moderat, was auch mit den Bemühungen von Organisationen wie WEMAG zusammenhängt. Diese unterstützen seit vielen Jahren den Vogelschutz mit finanziellen Mitteln. Die Beringung der Vögel erfolgt in einem festgelegten Zeitfenster von etwa zwei Wochen, was in diesem Jahr aufgrund des langen Winters jedoch verzögert wurde. Ein ehrenamtlicher Landeskoordinator für Fischadler und Wanderfalken, Torsten Marczak, hat die Verantwortung für diese wichtigen Projekte übernommen. Die Jungvögel, die beringt werden, erhalten zwei Ringe, die eine eindeutige Identifikation ermöglichen. Interessanterweise kommt der linke Fuß mit einem Vogelwartenring der Beringungszentrale Hiddensee daher, während der rechte Fuß einen speziellen Ring für Ornithologen trägt. Genial, oder?
Ein historisches Projekt
Doch was steckt eigentlich hinter all diesen Anstrengungen? Ein Langzeit-Projekt des NABU in Baden-Württemberg, das seit 1990 läuft, zielt darauf ab, den Fischadler als Brutvogelart nach Süddeutschland zurückzubringen. Diese majestätischen Vögel wurden Anfang des 20. Jahrhunderts in der Region ausgerottet, und seither hat man alles daran gesetzt, sie wieder anzusiedeln. Die zentrale Aufgabe dieses Projekts ist die Koordinierung der Farbberingung von Fischadlern in Deutschland und Polen zur Erforschung der Populationsbiologie. Dieses Engagement wird in Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Vogelschützern, Vogelschutzvereinen, Behörden und Forschungseinrichtungen durchgeführt. Die Finanzierung der Kennringe für dieses Projekt erfolgt durch die 50Hertz Transmission GmbH.
Es ist erstaunlich, was gemeinsam erreicht werden kann, wenn Menschen für ihre Umwelt kämpfen. Die Rückkehr der Fischadler ist nicht nur ein Zeichen der Hoffnung, sondern auch ein Beweis dafür, wie wichtig es ist, sich für den Naturschutz einzusetzen – egal, ob in Bayern oder anderswo in Deutschland. Solche Geschichten zeigen uns, dass wir alle einen Beitrag leisten können. Und das macht doch wirklich Mut!
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