In Erlangen, einer Stadt mit rund 116.000 Einwohnern, hat der Internationale Comic-Salon ein neues Rekordpublikum angezogen. Mit über 35.000 Besuchern in diesem Jahr scheint das Event auf dem besten Weg zu sein, die Herzen der Comicaffinen zu erobern! Vom 4. bis 7. Juni 2026 wurde das größte Comicfestival Deutschlands gefeiert, und es gab viel zu entdecken – von Ausstellungen bis zu spannenden Talks.

Ein ganz besonderer Höhepunkt war die Ausstellung „Sunday Sketches“ von Christoph Niemann, in der Alltagsgegenstände auf kreative Weise in Illustrationen verwandelt werden. Niemann, bekannt für seine Arbeiten für große Magazine wie The New Yorker, war persönlich anwesend – eine Seltenheit, da viele Künstler lieber inkognito bleiben. Die Ausstellung läuft bis zum 7. Juli im Kunstpalais und ist ein absolutes Muss für alle Kunstliebhaber.

Die Vielfalt der Comickunst

Doch das war nur der Anfang! Weitere Ausstellungen in Erlangen ziehen die Besucher an: Walter Moers wird im Stadtmuseum mit seiner „komischen Kunst“ bis zum 13. September geehrt. Auch die Ausstellung „Silent Comics“ im Kunstmuseum, die Comics ohne Text zeigt, sorgt für Furore. Isabel Kreitz und ihre Werke über das Deutschland des frühen 20. Jahrhunderts sind ebenfalls Teil der bildhaften Entdeckungsreise. Im Comicmuseum gibt es zudem die faszinierende Schau „Enten, die sich in Raketen retten“ von Florian Satzinger, die bis zum 26. Juli geöffnet ist.

Die Atmosphäre während der Preisverleihung war ebenso spannend. Bürgermeisterin Eva Linhart sprach über die angespannte Haushaltslage der Stadt, was die finanziellen Herausforderungen für das Kulturamt und den Comic-Salon verdeutlichte. Trotz Kürzungen des Budgets um 20 Prozent und einer Werbeausgabenreduktion war die Begeisterung spürbar. Ein weiterer trauriger Moment war der Verlust von Paul Derouet, einem Förderer junger Zeichentalente, der am 22. Mai verstarb, sowie der iranisch-französischen Zeichnerin Marjane Satrapi, die am Eröffnungstag des Salons verstarb.

Preise und Auszeichnungen

Im Rahmen des Comic-Salons wurde auch der Max-und-Moritz-Preis verliehen. Posy Simmonds erhielt den Sonderpreis für ihr Lebenswerk, während Franz Suess als bester deutschsprachiger Künstler ausgezeichnet wurde. Mikael Ross wurde mit seinem Comic „Der verkehrte Himmel“ als bester Comic geehrt, und Özge Samancı aus der Türkei wurde für „In den trüben Gewässern Istambuls“ als bester internationaler Comic prämiert. Martin Oesch feierte mit „Fleischeslust“ seinen Sieg in der Kategorie Bestes Debüt.

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Das Programm war vielfältig und umfasste Panels, Talks und Diskussionen, die in der Orangerie und an der Universität stattfanden. José Muñoz berichtete bei einer Talkrunde von seiner Flucht nach Europa in den 70ern und Katharina Kulenkampff stellte ihr Comicbuch „Wie ich ein grauer Hund wurde“ vor. So viel Kreativität und Ausdruck macht den Comic-Salon zu einem einzigartigen Erlebnis!

Für die Fans der „Simpsons“ gab es ebenfalls etwas zu bestaunen. Eine Ausstellung, die Original-Drehbücher und Zeichnungen zeigt, feiert 35 Jahre „Simpsons“ und 70 Jahre Matt Groening. Diese Schau wurde von Alexander Braun konzipiert und ergänzt das ohnehin schon vielfältige Angebot des Festivals.

Der Comic-Salon in Erlangen zeigt eindrucksvoll, wie lebendig und vielfältig die Comickunst ist. Mit einem bunten Mix aus Ausstellungen, Preisverleihungen und spannenden Diskussionen wird dieses Festival noch lange in Erinnerung bleiben. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich die verbleibenden Ausstellungen nicht entgehen lassen, denn das kreative Potential, das hier versammelt ist, ist einfach fesselnd!

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