In Forchheim gibt es derzeit eine bewegende Geschichte, die viele Menschen berührt. Der kleine Gabriel Werneth kämpft seit fast zwei Jahren gegen ein Hochrisiko-Neuroblastom, eine besonders aggressive Krebsart. Seine Diagnose erhielt er im Herbst 2024, als er gerade mal dreieinhalb Jahre alt war. Seitdem hat die Familie mit einer Vielzahl von Therapien gekämpft: Elf Chemotherapieblöcke, zwei große Operationen, mehrere Hochdosis-Chemotherapien mit Stammzelltransplantation, unzählige Bestrahlungen und zwei Blöcke Immuntherapie sind nur einige Stationen auf diesem steinigen Weg. Aktuell steht Gabriel vor seinem dritten Immuntherapieblock. Es gibt Hoffnung auf Remission – das wäre ein großer Schritt, wenn keine Krebszellen mehr nachgewiesen werden können.

Die Situation wird jedoch durch die Kosten der Therapie erschwert. Gabriel könnte eine personalisierte Impftherapie in Tübingen erhalten, die sein Immunsystem gegen Tumorzellen trainiert und das Rückfallrisiko verringert. Diese Therapie umfasst ganze 14 Impfungen über zwei Jahre und kostet zwischen 70.000 und 80.000 Euro. Leider ist diese Summe nicht von der Krankenkasse gedeckt. Um die finanziellen Hürden zu meistern, hat seine Mutter Diana Werneth eine Spendenaktion auf gofund.me gestartet.

Spendenaktion für Gabriel

Zusätzlich zu der Online-Spendenaktion wird am 5. Juli ein Spendenlauf im Rahmen der Forchheimer Sportwoche organisiert. Es ist eine tolle Gelegenheit für die Gemeinschaft, zusammenzukommen und für einen guten Zweck zu laufen. Leider kann Gabriel nicht an diesem Lauf teilnehmen, da er bis zum 6. Juli in der Uniklinik in Freiburg ist. Seine Eltern sind jedoch fest entschlossen, alles zu tun, um ihm diese Therapie zu ermöglichen. Das Elternhaus bietet in dieser schweren Zeit Unterstützung und Diana kocht für Gabriel, während sie Zeit mit ihm verbringt.

Ein weiterer Fall, der ebenfalls in der Region für Aufsehen sorgt, ist der des kleinen Julius. Der 15 Monate alte Junge erhielt im Sommer 2021 die Diagnose Hochrisiko-Neuroblastom. Auch er hat eine lange und beschwerliche Behandlung hinter sich, die mehrere Operationen und Chemotherapieblöcke umfasste. Nach eineinhalb Jahren in Behandlung konnte Julius sogar eine Remission erreichen und war fast zwei Jahre krebsfrei. Doch im Juni 2024 kehrte der Krebs zurück, diesmal in der Keilbeinhöhle im Kopf. Auch für Julius wird eine personalisierte, tumorspezifische Impftherapie in Tübingen durchgeführt, bei der ein individueller Impfstoff aus seinen Tumorzellen hergestellt wird.

Herausforderungen und Hoffnungen

Die Herausforderungen, mit denen die Familien von Gabriel und Julius konfrontiert sind, sind enorm. Die Kosten für die Therapien sind hoch und müssen von den Eltern selbst getragen werden. Spenden werden nicht nur für die Therapie selbst benötigt, sondern auch für Fahrtkosten, Übernachtungen und notwendige Medikamente. Es ist eine schwere Zeit, die viele emotionale und finanzielle Belastungen mit sich bringt. Julius‘ Familie nutzt sogar einen Teil der Spenden, um anderen betroffenen Kindern und deren Familien zu helfen.

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Die Forschung zu Neuroblastomen hat in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gemacht, was Hoffnung gibt. Jährlich erkranken etwa 120 Kinder in Deutschland an dieser Krankheit. Dank eines Forscherteams um Prof. Dr. Peter Lang und Dr. Tim Flaadt an der Uniklinik Tübingen gibt es neue Therapieansätze, die die Überlebenschancen der betroffenen Kinder deutlich erhöht haben. Ein Durchbruch, der nicht nur Gabriel und Julius, sondern vielen Kindern zugutekommen könnte.

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