In Freising gibt es spannende Neuigkeiten aus der Theaterwelt! Der lokale Regisseur Thomas Goerge hat in seinen Recherchen eine Verbindung zwischen Thomas Mann und der Stadt entdeckt. Dabei ist ein neues Stück des Vereins Udei entstanden, das den Titel „Doktor Faustus und der Marstall“ trägt. Die Premiere findet am Freitag, dem 8. Mai, im Marstall statt und wird mit Sicherheit ein Highlight für die Theaterliebhaber der Region.

Die Geschichte, die auf der berühmten Faust-Thematik basiert, dreht sich um einen Menschen, der dem Teufel seine Seele verspricht. Erzählt wird die Erzählung von Serenus Zeitblom, einem Professor am Dom-Gymnasium in Freising. Er dokumentiert das Leben des Komponisten Adrian Leverkühn, der zunehmend den Bezug zur Realität verliert. So wird das Stück nicht nur eine spannende Inszenierung, sondern auch ein tiefgründiges Spiel mit Bezügen zur Gegenwart und Themen wie Künstliche Intelligenz.

Ein literarisches Erbe

Goerge hat 19 Zitate von Thomas Mann, die einen Bezug zu Freising haben, in die Aufführung eingebaut. Außerdem sind in Viktor Manns Autobiografie „Wir waren fünf“ 20 Erwähnungen seiner Heimatstadt zu finden. Das ist schon eine ganz schön beeindruckende Zahl! Viktor Mann, der in Weihenstephan studierte und in der Altstadt von Freising lebte, diente im Ersten Weltkrieg als Leutnant beim 9. Bayerischen Feldartillerie-Regiment – eine Geschichte, die tief in der Region verwurzelt ist.

Thomas Goerge selbst wird in mehreren Rollen auftreten, darunter auch als Serenus Zeitblom, Mephisto und Faust. Die musikalische Untermalung stammt von Richard van Schoor, der am Klavier spielt. Das Bühnenbild wird durch 30 Perchten- und Teufelsmasken, die vom Schnitzer-Duo Schwoaga Loavn gefertigt wurden, ergänzt. Diese visuelle Komponente wird dem Stück sicherlich einen ganz besonderen Flair verleihen.

Aufführungen und Tickets

Die Aufführungen finden am 8. und 9. Mai um 19.30 Uhr sowie am 10. Mai um 11 Uhr im Marstall des Landratsamts Freising statt. Die Preise für die Karten liegen bei 20 Euro, ermäßigt 15 Euro. Wer sich für die Tickets interessiert, kann sie online oder an der Kasse erwerben. Außerdem gibt es bis zum 9. Mai eine Ausstellung mit einer Rauminstallation, die die Teufelsmasken zeigt und täglich von 14 bis 17 Uhr geöffnet ist.

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Ein Blick auf Thomas Mann

Thomas Mann selbst, geboren am 6. Juni 1875 in Lübeck, stammte aus einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie. Sein Vater war ein angesehener Senator, und die frühen Prägungen, wie der Tod des Vaters und die Auflösung des Familienunternehmens, fanden ihren Niederschlag in seinem literarischen Schaffen. Werke wie „Buddenbrooks“ und „Der Zauberberg“ sind bekannt für ihre psychologische Tiefe und den Realismus, mit dem sie die Konflikte des Bürgertums und die Themen Krankheit und Tod thematisieren.

Ein besonderes Augenmerk verdient sein Roman „Doktor Faustus“, der 1947 veröffentlicht wurde. Hier erzählt Mann von Adrian Leverkühn, einem Komponisten, der durch einen Pakt mit dem Teufel künstlerische Genialität erlangt. Diese Allegorie auf die deutsche Geschichte und den Nationalsozialismus spiegelt die tiefen Spannungen und Herausforderungen seiner Zeit wider. Manns Stil ist geprägt von sprachlicher Komplexität und einem feinen Gespür für die menschliche Psyche, das auch in der Inszenierung in Freising widerhallen wird.

Die Verbindung von Thomas Mann zu Freising und die kreative Aufarbeitung seiner Werke in der heutigen Zeit zeigen, dass Literatur und Theater auch im 21. Jahrhundert lebendig bleiben. Man darf gespannt sein auf die Aufführungen und die Reflexionen, die sie mit sich bringen werden.