In Freising tut sich was! Die Genossenschaft zur Rettung des Furtnerbräus hat mittlerweile 1042 Mitglieder, die sich für die Zukunft eines historischen Wirtshauses engagieren. Insgesamt wurden bereits 1611 Anteile gezeichnet, was einen beeindruckenden Fortschritt darstellt, denn das Ziel sind 1500 Anteile bis Ende August. Also, wenn das nicht nach einer Erfolgsstory klingt! Die Genossenschaft plant groß: Sie möchte das Furtner-Grundstück in der Altstadt in Erbpacht übernehmen, das alte Wirtshaus kaufen, sanieren und zu einem Kulturzentrum ausbauen. Das klingt nach einem Ort, an dem die Gemeinschaft zusammenkommen kann, oder? Für die dringend benötigte Sanierung von Elektro-, Wasser- und Abwasserleitungen sowie Toilettenanlagen sind weitere Anteilskäufe nötig. Aktuell sind bereits 73,2 Prozent des Ziels von 2200 verkauften Anteilen erreicht.

Ein weiteres spannendes Element sind die sogenannten „Bierabos“. Hierbei wurden 891 Abonnements abgeschlossen, und das langfristige Ziel sind 3000. Mitglieder der Genossenschaft haben sogar die Möglichkeit, Nachrangdarlehen zu gewähren – der Mindestbetrag liegt bei 10.000 Euro, die Laufzeit ist flexibel, und der Zinssatz beträgt 3 Prozent. Die erste Zeichnungsfrist für diese Nachrangdarlehen läuft bis zum 31. Juli. Wer Interesse hat, kann sich an die Genossenschaft wenden: genossenschaft@furtner-freising.de. Mitgliedschaft und Bier-Abos können über die Furtner-Homepage abgeschlossen werden.

Finanzierungsstrategien und Investitionsbedarf

Das Projekt zur Rettung des Furtnerbräus wird als langfristiges Bürgerprojekt angesehen und basiert auf mehreren finanziellen Säulen. Dazu gehören neben den Genossenschaftsanteilen auch Nachrangdarlehen, Bankfinanzierungen, Fördermittel und laufende Unterstützerbeiträge. Insgesamt wird ein Investitionsbedarf von etwa 3,2 Millionen Euro veranschlagt. Die Phasen der Sanierung sind gut durchdacht: In der ersten Phase sollen dringende Betriebssicherungen wie Technik, Elektro und Sanitäranlagen für etwa 500.000 Euro angegangen werden. Später stehen dann Dach, Fassade und Fenster auf der Agenda, was mit weiteren 1,1 Millionen Euro zu Buche schlagen wird.

Die laufenden Kosten belaufen sich auf etwa 250.000 Euro jährlich, wobei die Erbpacht allein schon 90.000 Euro ausmacht. Es wird auch ein vorsichtiges Einnahmeszenario skizziert, wo man mit etwa 193.000 bis 213.000 Euro rechnen kann. Das klingt nach einem soliden Plan, um die Kosten im Griff zu behalten und den Betrieb auf die Beine zu stellen. Die Unterstützung aus der Gemeinschaft, vor allem durch die Bierabos, spielt dabei eine zentrale Rolle.

Ein Blick auf historische Gebäude

Das Furtnerbräu ist nicht allein. Historische Gebäude in Deutschland sind oft sanierungsbedürftig und stehen leer, weil ihre ursprünglichen Nutzungen oftmals nicht mehr zeitgemäß sind. Eine aktuelle Studie, die vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) begleitet wird, untersucht, wie Kommunen neue Nutzungsperspektiven für solche Gebäude entwickeln können. Sechs Modellvorhaben, darunter das Stadtbad in Luckenwalde und das Bischofsschloss in Markdorf, zeigen, wie wichtig es ist, sich mit der Erhaltung und Umnutzung von historischen Stätten auseinanderzusetzen. Diese Erkenntnisse können auch für die Sanierung des Furtnerbräus von Bedeutung sein, denn sie bieten wertvolle Ansätze und kommunale Handlungsspielräume.

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Die Rettung des Furtnerbräus könnte somit nicht nur einen kulturellen Mehrwert für Freising schaffen, sondern auch als Beispiel für andere Städte dienen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Wer weiß, vielleicht wird das Furtnerbräu bald zu einem Ort, an dem Geschichte, Kultur und Gemeinschaft aufeinandertreffen und neue Perspektiven für die Zukunft eröffnen.

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