Heute ist der 25.04.2026 und im Landkreis Fürstenfeldbruck wurde die Hegeschau 2026 abgehalten, um die Ergebnisse des Jagdjahres 2025/26 zu präsentieren. Diese Veranstaltung ist gesetzlich vorgeschrieben und dient der Dokumentation der Abschussplanerfüllung sowie der Kontrolle des Wildbestandes. Der Landkreis verfügt über 85 Jagdreviere, die sich über eine Fläche von etwa 37 Hektar erstrecken. In der letzten Jagdsaison wurden 571 Wildschweine und 2.283 Rehe erlegt, was die Herausforderungen für die Jäger verdeutlicht. Diese Herausforderungen sind unter anderem die dichte Besiedlung, die hohen Sicherheitsanforderungen, wechselhaftes Wetter, schwieriges Gelände sowie das Freizeitverhalten der Bevölkerung.
Kritik an den Änderungen im Jagdgesetz äußerte KJV-Vorstand Gerhard von Hößlin. Seiner Meinung nach werden die neuen Regelungen, die den Wolf, Goldschakal und Nebelkrähe ins Jagdrecht aufnehmen, nicht im Sinne der bayerischen Jagd umgesetzt. Des Weiteren wurde der langjährige Kreisjagdberater Rainer Grüter verabschiedet, und die neuen Kreisjagdberater, darunter Alexander Frank, Helmut Riegg, Dr. Eva Demmel und Andreas Rauch, wurden begrüßt.
Drohnen zur Kitzrettung
Ein innovativer Aspekt der diesjährigen Jagd ist der Einsatz von Drohnen zur Kitzrettung. Die Kreisjagdgruppe hat seit September 2025 zwei Wärmebild-Drohnen im Einsatz, die speziell zur Suche nach in Wiesen abgelegten Kitzen verwendet werden. Im vergangenen Jahr wurden 64 Wiesen in 14 Revieren auf einer Fläche von 275 Hektar abgesucht. Dabei wurden 284 Kilometer geflogen, was einer Flugzeit von insgesamt 35 Stunden entspricht. Dank dieses Einsatzes konnten 23 Kitze vor dem Mähtod gerettet werden.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Drohneneinsatz haben sich zudem positiv entwickelt. Im Frühjahr 2024 hob das Verkehrsministerium die bisherigen Einschränkungen für den Drohneneinsatz auf. Dies ermöglicht es, in der Frühjahrsmahd bis zu 20.000 Rehkitze mit Drohnen zu retten. Ab dem 20. November 2024 dürfen Drohnen in „Gebieten zum Zwecke des Tierschutzes und der Wildtierrettung“ sogar dauerhaft eingesetzt werden, ohne einen Mindestabstand von 150 Metern zu Wohn- oder Gewerbegebieten einhalten zu müssen. Stattdessen gilt nur ein Abstand von 10 Metern. Diese Regelung erhöht die Fläche für den Drohneneinsatz erheblich und stellt Deutschland als Vorreiter in der EU dar, was nationale Ausnahmeregelungen für den Drohneneinsatz betrifft.
Trophäen und Bußgelder
Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Hegeschau ist die Bewertung der Gehörne und Geweihe des erlegten Schalenwildes. Trophäen müssen ordnungsgemäß vorgelegt werden, da sonst Bußgelder für die Revierinhaber drohen. Dies unterstreicht die Bedeutung einer verantwortungsvollen Jagd und der Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben.
Die Hegeschau zeigt eindrucksvoll, wie sich die Jagd im Landkreis Fürstenfeldbruck entwickelt und welche Herausforderungen und Möglichkeiten sich den Jägern bieten. Mit dem Einsatz moderner Technologien wie Drohnen und den neuen Regelungen wird die Jagd nicht nur effizienter, sondern auch tierschutzgerechter gestaltet.