Klinikum Fürth erhält Innovationspreis für 4-Tage-Woche im OP
Im Herzen Bayerns, genauer gesagt in Fürth, hat das Klinikum Fürth kürzlich für Aufsehen gesorgt – und das aus gutem Grund! Das innovative Projekt „4-Tage-Woche im OP“ wurde mit dem Innovationspreis des Klinik-Netzwerkes Klinik Kompetenz Bayern eG (KKB) ausgezeichnet. Diese Auszeichnung wurde im Rahmen der Jahrestagung in Beilngries verliehen und gilt als Anerkennung für wegweisende Projekte, die sich in der Praxis bewährt haben. Die Viertagewoche ist in der deutschen Krankenhauslandschaft ein Novum und könnte als wegweisendes Beispiel für andere Kliniken dienen.
Das Pilotprojekt, das im November 2023 ins Leben gerufen wurde, hat sich mittlerweile fest im Regelbetrieb etabliert. Christoph Raspé, Chefarzt der Klinik für Anästhesie, hebt hervor, wie positiv die Bilanz ausfällt. Die Mitarbeiter haben die Wahl, ob sie die Viertagewoche oder die klassische Fünftagewoche nutzen möchten. Das bedeutet, dass die reguläre Wochenarbeitszeit nicht gekürzt, sondern umverteilt wird. Konkret heißt das: 10 Stunden Arbeit an 4 Tagen – und drei Tage frei! Ein klarer Vorteil, der nicht nur den Mitarbeitenden zugutekommt, sondern auch die Patienten profitieren lässt.
Vorteile für alle
Die Verteilung der Arbeitszeit auf vier Tage verbessert die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben erheblich. Ein Drittel der Belegschaft im Funktionsdienst nutzt bereits dieses Angebot, besonders beliebt ist es in den Sommermonaten. Medienberichte haben sich bereits über das Arbeitszeitmodell verbreitet, was die Vorreiterrolle des Klinikums unterstreicht. Außerdem erhöht die 4-Tage-Woche die wöchentliche OP-Kapazität und steigert die Patientensicherheit sowie die Versorgungsqualität, da weniger Schichtwechsel stattfinden.
Die Mitarbeiter berichten von einer deutlichen Erhöhung der Arbeitgeberattraktivität. Das Klinikum Fürth verzeichnet einen Anstieg bei den Bewerberzahlen und eine bessere Auslastung der Operationssäle. Statt 11 Diensten in 14 Tagen fallen nun nur noch 8 bis 9 Einsätze an. Diese Umstellung ist nicht nur ein Gewinn für die Angestellten, sondern auch für die Patienten, die von einer höheren Versorgungsqualität profitieren.
Ein Blick über den Tellerrand
Das Klinikum Fürth ist nicht allein mit diesem Ansatz. In Deutschland laufen derzeit ähnliche Testprojekte. So hat beispielsweise das Bethanien-Krankenhaus in Moers im Sommer 2023 ein Pilotprojekt gestartet, das Pflegepersonal die Möglichkeit gibt, auf Wunsch 4 Tage zu arbeiten. Allerdings kehrten viele Mitarbeiter zurück zu den alten Dienstzeiten, weil sie Schwierigkeiten hatten, das neue Modell mit ihrem Privatleben zu vereinbaren. Ähnlich ist es im Klinikum Siegen, wo nur eine Minderheit der Mitarbeiter die 4-Tage-Woche dauerhaft beibehalten möchte.
Dennoch bleibt die 4-Tage-Woche im Klinikum Siegen als Variante bestehen, während das Klinikum Bielefeld positive Rückmeldungen zur Patientenversorgung und Dokumentation erhält. All diese Aspekte zeigen, dass die Einführung eines neuen Arbeitszeitmodells durchaus Herausforderungen mit sich bringt, aber auch die Möglichkeit, die Arbeitsbedingungen im Gesundheitssektor nachhaltig zu verbessern.
Die 4-Tage-Woche im Klinikum Fürth könnte also der Anfang eines Trends sein, der in ganz Deutschland Schule macht. Das Modell zeigt, dass es möglich ist, Arbeitszeiten neu zu denken und dabei sowohl den Bedürfnissen der Mitarbeitenden als auch den Anforderungen des Gesundheitswesens gerecht zu werden. Bleibt abzuwarten, wie andere Einrichtungen auf dieses zukunftsweisende Konzept reagieren werden.
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