Heute ist der 19.07.2026, und während wir hier in Bayern die Sommerhitze genießen, spielt sich drüben in den USA, Mexiko und Kanada ein gewaltiges Spektakel ab – die Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Ein großes Event, das die Welt zusammenbringt, aber auch einige Schattenseiten mit sich bringt. Besonders die CO2-Emissionen, die durch die Anreise der Spieler und Funktionäre entstehen, sind ein heißes Thema. Ein Beispiel dafür ist FIFA-Präsident Gianni Infantino, der für seine Reisen zum Turnier einen Privatjet nutzt. Laut Berichten hat sein Flugzeug, ein Gulfstream G650ER von Qatar Executive, allein am ersten Spieltag rund 200 Tonnen CO2 ausgestoßen. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Deutscher verursacht in einem Jahr etwa 10 Tonnen CO2! Das lässt einen schon ins Grübeln kommen.

Der Privatjet von Infantino hat insgesamt fast 813 Tonnen CO2 emittiert, und das ohne die Langstreckenflüge, die er für einen Kondolenzbesuch nach Doha unternahm. Um das Ganze ins rechte Licht zu rücken: WingX, ein Datenlieferant für die Privatjetindustrie, hat prognostiziert, dass es während der WM zu 73.200 zusätzlichen Flugbewegungen kommen könnte. Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt hat das Ganze als noch nie dagewesen bezeichnet. Das wirft Fragen auf, besonders wenn man bedenkt, dass die FIFA sich verpflichtet hat, ihre CO2-Emissionen bis 2030 um 50% zu reduzieren und bis 2040 netto null zu erreichen.

Politische Besuche und Überraschungen

Inmitten all dieser Diskussionen um Umwelt und Fußball gibt es auch politische Neuigkeiten. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum hat sich kurzfristig entschlossen, zum WM-Finale in die USA zu reisen – auf Einladung von US-Präsident Donald Trump. Ein ungewöhnlicher Schritt, insbesondere da sie zur Eröffnungsfeier nicht anwesend war. Auch der kanadische Premierminister Mark Carney wird beim Finale dabei sein. Solche hochkarätigen Besuche zeigen, dass die WM nicht nur sportliche, sondern auch politische Dimensionen hat.

Doch auch auf dem Spielfeld geht es spannend zu. Marc Cucurella, der Abwehrspieler der spanischen Nationalmannschaft, hat angekündigt, dass er im Falle eines WM-Siegs aus der Nationalmannschaft zurücktreten wird. Dies ist besonders bemerkenswert, da er bereits 31 Länderspiele absolviert hat und in allen bisherigen WM-Spielen mitwirkte. Für den Fall eines Finalsiegs plant er sogar, sich das Gesicht von Nationaltrainer Luis de la Fuente tätowieren zu lassen. Das sind ja mal kreative Ideen!

Die Umweltbilanz der WM

Die WM 2026 wird mit 48 Teams und 104 Spielen die größte in der Geschichte sein. Doch diese Größe hat ihren Preis. Schätzungen zufolge werden die CO2-Emissionen durch das Turnier mindestens 9 Millionen Tonnen betragen, wobei über 85% dieser Emissionen auf den Flugverkehr entfallen. Das sind beunruhigende Zahlen, die uns zum Nachdenken anregen sollten. Das DFB-Team könnte bei einer möglichen Finalteilnahme allein durch Reisen rund 195,5 Tonnen CO2-Äquivalente verursachen. Wenn man überlegt, dass die Spieler und Betreuer schätzungsweise 1 bis 1,3 Millionen Kilometer zurücklegen, wird das Ausmaß der Reiseaktivitäten deutlich. Das sind etwa 25 bis 30 Erdumrundungen!

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John Hocevar von Greenpeace USA hat die umweltbelastenden Flüge scharf kritisiert und die Verantwortung der FIFA im Klimawandel in Frage gestellt. David Gogishvili, ein Geograf, spricht sogar von einem „Nachhaltigkeitsparadoxon“ der FIFA. Die Glaubwürdigkeit der Nachhaltigkeitsversprechen wird zunehmend infrage gestellt, insbesondere in Verbindung mit Saudi Aramco, dem Hauptsponsor der FIFA, der als größter Öl- und Gaskonzern der Welt gilt. Diese Verquickungen sind mehr als nur ein Nebeneffekt – sie werfen einen Schatten auf die vermeintlichen Bemühungen der FIFA um eine grünere Zukunft.

Wie die Dinge weitergehen werden, bleibt abzuwarten. Die Welt schaut gebannt auf die Spiele, während sich hinter den Kulissen eine Debatte über Klimaschutz und Verantwortung entfaltet. Ein faszinierender, aber auch besorgniserregender Mix aus Sport, Politik und Ökologie, der uns alle betrifft.

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