In Garmisch-Partenkirchen, einer malerischen Stadt in den bayerischen Alpen, stehen zwei Schließungen ins Haus, die die lokale Handelslandschaft nachhaltig verändern werden. Der Expert-Technomarkt und das Sportgeschäft Hervis schließen nahezu zeitgleich. Ein Räumungsverkauf im Technomarkt läuft bereits bis zum 18. Juli 2026. Die Gründe für diese Entscheidungen sind vielschichtig und spiegeln die Herausforderungen wider, mit denen der Einzelhandel in Deutschland derzeit konfrontiert ist.

Der Technomarkt, 2009 gegründet und einst als Premiumsponsor des SC Riessersee aktiv, hat die Entscheidung zur Schließung aufgrund schleppender Verkaufszahlen getroffen. Auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor Ort sind nicht gerade rosig. Michael Seidel, der neue Eigentümer von Hervis, sieht ähnliche Schwierigkeiten. Das Sportgeschäft, das an der Bahnhofstraße ansässig ist, wird bis Anfang Juli 2026 schließen. Dies ist Teil eines größeren Verkaufsprozesses durch Quantum Investment, das die Kette Anfang 2026 von Spar übernommen hat. Schon bald werden alle Hervis-Standorte außerhalb Österreichs, darunter auch vier in Deutschland, ihre Türen schließen.

Auswirkungen auf die Mitarbeiter

Die Schließungen haben nicht nur Auswirkungen auf die Kunden, sondern auch auf die Mitarbeiter. Acht Beschäftigte der Hervis-Filiale in Garmisch-Partenkirchen verlieren ihre Jobs. Ihnen wurden jedoch mögliche Arbeitsplätze in Österreich angeboten, was in dieser schwierigen Zeit ein kleiner Lichtblick sein könnte. Dennoch ist der Verlust der Arbeitsplätze für die Betroffenen schmerzhaft. Im Technomarkt bleibt nach der Schließung lediglich „EP“ als Elektrofachmarkt im Werdenfelser Land übrig.

Die wirtschaftlichen Verluste von Hervis in den Jahren 2023 und 2024 belaufen sich auf über 100 Millionen Euro. Das ist eine gewaltige Summe, die zeigt, wie sehr die Branche leidet. Kunden in Garmisch-Partenkirchen müssen nun umdenken, denn der Standort war nicht das Problem, sondern die übergreifenden wirtschaftlichen Bedingungen. Dabei ist der Rückgang des Umsatzes und die zunehmende Konkurrenz durch den Onlinehandel ein Trend, der sich nicht nur hier, sondern bundesweit abzeichnet.

Ein Blick auf den Einzelhandel

Die Schließungen sind Teil eines größeren Strukturwandels im deutschen Einzel- und Großhandel, der durch den wachsenden E-Commerce geprägt ist. Schätzungen zufolge wird der Onlinehandel im Jahr 2024 voraussichtlich über 308 Milliarden Euro zur Wirtschaftsleistung beitragen. Stationäre Händler setzen zunehmend auf digitale Lösungen wie Click & Collect und eigene Online-Shops, um der Klift zwischen Online- und Offline-Handel entgegenzuwirken. Politische Initiativen versuchen zudem, die Innenstädte durch Stadtentwicklungsprogramme zu revitalisieren.

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In Anbetracht all dieser Entwicklungen könnte man fast meinen, dass die kleinen, charmanten Geschäfte in Garmisch-Partenkirchen in der Zukunft der Vergangenheit angehören. Doch die Hoffnung bleibt, dass das Jahr 2026, wie viele Mitarbeiter glauben, doch noch ein gutes Jahr für den Standort werden könnte. Vielleicht können innovative Ansätze und mehr Kundenbindung die Wende bringen – man weiß ja nie.

Für die Bürger und die Stadt ist es jetzt an der Zeit, neue Wege zu gehen und die lokalen Geschäfte zu unterstützen, bevor sie nur noch in Erinnerungen existieren. Garmisch-Partenkirchen hat viel zu bieten, und vielleicht wird es bald wieder eine blühende Handelslandschaft geben.

Für weitere Informationen zu den Schließungen können Sie den Artikel auf Merkur nachlesen und mehr über die Hintergründe erfahren.