Verkehrssituation in Günzburg: Zunahme von Alkohol- und Drogenfahrten besorgt die Polizei
Heute ist der 22.06.2026, und die Verkehrssituation in und um Günzburg sorgt für Gesprächsstoff. Besonders die steigenden Zahlen von Fahrten unter Alkohol- und Drogeneinfluss haben die Verkehrspolizei auf den Plan gerufen. Sebastian Adam, der seit Sommer 2024 Chef der Verkehrspolizei in Günzburg ist, berichtet von einer leichten Erhöhung der Alkoholfahrten im Jahr 2026 im Vergleich zu 2025. Insgesamt wurden im Landkreis Günzburg 194 Alkoholfahrten im Jahr 2025 registriert. Ein 24-Jähriger verlor kürzlich mit über zwei Promille die Kontrolle über sein Auto – ein recht alarmierender Vorfall, der zeigt, wie riskant es sein kann, unter Alkoholeinfluss zu fahren.
Auch Drogenfahrten nehmen zu. Im Jahr 2025 wurden 254 Drogenfahrten festgestellt, und über 100 davon sind allein in den ersten Monaten des Jahres 2026 erfasst worden. Das klingt nicht gut, besonders wenn man bedenkt, dass jüngere Verkehrsteilnehmer häufiger betroffen sind. Adam erklärt, dass die Polizei im Rahmen von Schulungsmaßnahmen besser geschult wurde, um Drogenfahrten zu erkennen. Zudem wird die Cannabis-Legalisierung als ein Faktor gesehen, der die Hemmschwelle für das Fahren unter Cannabis-Einfluss senkt.
Die Herausforderungen auf der Straße
Die Kontrolldichte auf Autobahnen ist eine Herausforderung. Es ist einfacher, Alkoholdelikte auf Landstraßen festzustellen. Daher sind die Zahlen dort auch höher. Lkw-Fahrer werden regelmäßig kontrolliert, und wenn sie Restalkohol im Blut haben, werden ihnen die Schlüssel abgenommen. In Deutschland liegt die Grenze für die Ordnungswidrigkeit bei 0,5 Promille, während ab 1,1 Promille absolute Fahruntüchtigkeit gilt. Auch bei einem Blutalkoholwert von 0,3 Promille kann es rechtliche Konsequenzen geben, besonders wenn man in einen Unfall verwickelt ist.
Im Landkreis Günzburg gab es 2025 insgesamt 44 Alkoholunfälle, glücklicherweise ohne tödliche Unfälle, bei denen Alkohol die Hauptursache war. Ein tragischer Vorfall im Dezember 2024 führte jedoch zum Tod eines Fahrers und zu schweren Verletzungen anderer Beteiligter. Diese Zahlen zeigen, wie wichtig es ist, verantwortungsvoll mit Alkohol umzugehen.
Ein Blick in die Zukunft
Ab Juli 2025 wird sich die Situation möglicherweise ändern. Dann werden Straßenverkehrsunfälle, die unter Cannabis-Einfluss geschehen, gesondert in der amtlichen Unfallstatistik erfasst. Die Polizeibehörden der Länder werden auch den Grad des Cannabiskonsums dokumentieren. Das könnte helfen, die Zusammenhänge zwischen Drogenkonsum und Verkehrsunfällen besser zu verstehen. Der bestehende THC-Grenzwert im Blutserum liegt bei 3,5 ng/ml, und die Evaluation der Gesetzesänderungen wird noch abgewartet.
Wie Adam betont, betrifft das Fahren unter Einfluss von Alkohol alle Altersgruppen. Die Situation ist ernst, und er empfiehlt, das Fahrzeug einfach stehen zu lassen, sobald man Alkohol konsumiert hat. Ein kluger Rat, der für viele von uns wichtig sein sollte. Schließlich kann eine kleine Entscheidung große Folgen haben – für einen selbst und für andere.
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