In der letzten Zeit hat sich beim renommierten Unternehmen Wanzl, einem führenden Anbieter von Einkaufswagen und Logistiklösungen, einiges getan. Peter Allaart, der CEO von Wanzl, hat sich zur aktuellen Situation geäußert und die geplanten Veränderungen vorgestellt. Ursprünglich sollte im Dezember 2025 die Schließung von zwei der vier Werke angekündigt werden, was massive Auswirkungen auf die Belegschaft haben sollte. Bis zu 900 Stellen waren damals in Gefahr. Doch nach intensiven Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern wurde ein Interessenausgleich und Sozialplan gefunden, der die Anzahl der abzubauenden Stellen nun auf rund 650 senkt – also besser als befürchtet.
Die Schließungen betreffen vor allem zwei der drei Werke in Leipheim, die bis 2030 ihre Türen schließen sollen. Das bedeutet, dass die verbleibenden Standorte in Leipheim und Kirchheim gebündelt werden, um die Effizienz zu steigern. Wanzl plant, die Mitarbeiterzahl in der Region auf etwa 1.500 zu reduzieren. Der Stellenabbau soll vorwiegend ab 2027 stattfinden und dabei auf natürliche Fluktuation sowie das Auslaufen befristeter Verträge setzen. Betriebsbedingte Kündigungen sind zwar nicht ausgeschlossen, jedoch wird ein Sozialplan Abfindungen vorsehen. Um den Mitarbeitern, die den Standort wechseln, entgegenzukommen, werden Umzugsgelder und Fahrtkostenzuschüsse angeboten.
Investitionen und Zukunftsvision
Das Unternehmen verfolgt klare Ziele: Bis 2030 sollen in Leipheim etwa 520 Stellen und in Kirchheim 130 abgebaut werden. Nach der Umsetzung dieser Maßnahmen werden in Leipheim noch 1.050 und in Kirchheim 450 Beschäftigte tätig sein. Wanzl erwartet durch verbesserte Abläufe und Automatisierung jährliche Einsparungen in zweistelliger Millionenhöhe. Die Vision ist es, das modernste Einkaufswagenwerk der Welt in Leipheim zu errichten und das Werk in Kirchheim zu modernisieren. Dabei hat sich Wanzl von einigen speziellen Produktbereichen getrennt, darunter Eingangsanlagen und Bezahlterminals. Diese Veränderungen könnten einen bedeutenden Schritt in Richtung Zukunft darstellen.
Besonders spannend ist die geplante Investition in automatisierte Lagertechnik, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Auch wenn die Mouldtec Kunststoff GmbH in Kaufbeuren von den Änderungen nicht betroffen ist, zeigt die gesamte Situation, wie sich Unternehmen an neue Rahmenbedingungen anpassen müssen. Agilität ist in der heutigen Produktion unerlässlich. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Fertigung und Produktionsabläufe flexibel zu gestalten, um individuelle Kundenwünsche zu erfüllen und auf globale Rahmenbedingungen zu reagieren, die Lieferketten unterbrechen können.
Die Fabrik der Zukunft
Es ist kein Geheimnis, dass klassische Produktionsstrukturen mit fest verketteten Fertigungsschritten kaum flexible Anpassungen ermöglichen. Die Zukunft liegt in modularen, digital vernetzten Systemen, die mehr Flexibilität bieten. In der Fabrik der Zukunft wird der Netzwerkknoten eine zentrale Rolle spielen, ähnlich wie ein Maschinenspannfutter. Maschinen, Roboter und mobile Einrichtungen müssen in neue Abläufe integriert werden können. Das Ziel ist eine produktagnostische Produktionsumgebung, die kostengünstige Umstellungen auf Produktvarianten in kleinen Stückzahlen ermöglicht.
Fraunhofer IPK arbeitet an Projekten wie EMOTION®, um flexible Fertigungsumgebungen zu entwickeln. Ziel ist eine Produktion, in der Menschen und Maschinen Störungen und Engpässe eigenständig identifizieren und empathisch darauf reagieren. In diesem Kontext könnte Wanzl als Vorreiter im Bereich der Automatisierung und Effizienzsteigerung gelten, auch wenn der Weg dorthin mit Herausforderungen gepflastert ist.