In Kulmbach, einer Stadt, die für ihre reichhaltige Bierkultur bekannt ist, sieht es düster aus. Viele Gaststätten haben ihre Pforten geschlossen, und das ist nicht nur ein Problem für die kleinen Dörfer, sondern auch hier in der Stadt. Die „Zunftstube“ steht derzeit still, und wann sie wieder öffnet? Das weiß im Moment niemand. Auch das benachbarte Lokal „Delphi“ hat nicht mehr auf. Der Wirt meldete im vergangenen Sommer Insolvenz an und ließ damit die Türen für immer zuschlagen. Ein weiteres trauriges Kapitel in der Gastronomieszene der Region ist die „Cuba Lounge“, die nach einem Brand seit über zwei Jahren geschlossen bleibt. Diese Schließungen sind Teil einer besorgniserregenden Entwicklung, die die Gastronomie in der Region stark belastet. Quelle.
Doch das ist noch nicht alles. Am 30. Dezember 2025 schloss die „Alte Feuerwache“ in der Grabenstraße 4 ihre Türen – und das endgültig. Der Grund? Insolvenz. Im Oktober 2025 wurde beim Amtsgericht Bayreuth ein Insolvenzantrag gestellt, und die Rahmenbedingungen waren alles andere als rosig, wie Insolvenzverwalter Peter Roeger von der Pluta Rechtsanwalts GmbH erklärte. Zwar lief der Betrieb weiter, doch die Frage, wie es weitergeht, blieb unbeantwortet. Letztlich konnte das Restaurant nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden. Rückläufige Umsätze, verändertes Kundenverhalten und hohe Kosten führten zu Liquiditätsschwierigkeiten. Versuche, neue Investoren oder Betreiber zu finden, blieben ohne Erfolg. Ab 1. Januar 2026 müssen die 13 Mitarbeiter sich auf die Suche nach neuen Arbeitsplätzen machen. Was mit dem Gebäude geschehen wird, bleibt unklar.
Eine Branche in der Krise
Die Situation in Kulmbach ist kein Einzelfall. Im Jahr 2025 stiegen die Insolvenzen in der Gastronomie zum vierten Mal in Folge. Laut Creditreform waren über 2.900 Betriebe betroffen – der höchste Stand seit 2011! Das entspricht einem Anstieg von fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Seit 2020 wurden sogar mehr als 11.200 Insolvenzen in der Gastronomie gezählt. Die Branche wurde stark von der Pandemie, der Energiekrise und der Inflation getroffen, sodass viele kleine, inhabergeführte Betriebe ums Überleben kämpfen. Während die Restaurant- und Barbesuche zurückgehen, nehmen Bestellungen nach Hause zu. Das ist irgendwie traurig, wenn man an die geselligen Abende denkt, die man früher in der „Zunftstube“ oder der „Alten Feuerwache“ verbracht hat. Quelle.
Die Mehrwertsteuer für Speisen wurde zwar zu Jahresbeginn von 19 auf 7 Prozent gesenkt, aber die Preise sanken nur leicht. Ein Drittel der Betriebe schreibt Verluste, und viele Wirte sehen sich mit massiven Kostensteigerungen konfrontiert. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) berichtet von preisbereinigten Umsatzverlusten im Jahr 2025. In dieser schwierigen wirtschaftlichen Lage mit hohen Lohnkosten ist es für viele Betriebe nicht mehr rentabel, geöffnet zu bleiben. Die Zukunft der Kulmbacher Gastronomie bleibt ungewiss, und die Menschen fragen sich, ob sie ihre geliebten Lokale bald für immer vermissen müssen.
