Heute ist der 18.04.2026 und die finanzielle Lage des Landkreises Landsberg am Lech steht auf der Kippe. Die Regierung von Oberbayern hat dem Landratsamt mitgeteilt, dass die Genehmigung des Haushalts 2026 noch nicht entschieden ist. Die Rechtsaufsichtsbehörde sieht die dauerhafte Leistungsfähigkeit des Landkreises nicht ausreichend gesichert und fordert eine umfassende Überarbeitung des Haushaltsentwurfs. Der Kreistag wird in einer Woche, am Donnerstag, den 23. April, ab 17 Uhr im Sitzungssaal des Landratsamts, eine endgültige Entscheidung treffen.

Kreiskämmerer Thomas Markthaler hat deutlich gemacht, dass der Haushalt nur ausgeglichen werden kann, wenn Rücklagen aus Vorjahresüberschüssen verwendet werden. Für die Jahre 2027 bis 2029 wird ein Defizit zwischen 15 und 20 Millionen Euro im Ergebnishaushalt erwartet. Um die geplanten Investitionen zu finanzieren, muss der Landkreis 2026 insgesamt 70 Millionen Euro an Krediten aufnehmen. Die Schuldenlast könnte bis 2029 auf alarmierende 370 Millionen Euro ansteigen.

Kreisumlage und Sparmaßnahmen

Ein weiteres zentrales Thema ist die Kreisumlage. Eine Erhöhung um 8,5 Punkte wäre notwendig, um einen ausgeglichenen Ergebnishaushalt für 2026 zu erreichen. Der Kreistag hat jedoch eine Erhöhung der Kreisumlage auf 56 Prozent abgelehnt und stattdessen 53,25 Prozent beschlossen. Ein Punkt Kreisumlage entspricht etwa 2,2 Millionen Euro. Der aktuelle Plan sieht eine Kreisumlage von 55,7 Prozent vor, was dem Landkreis ein Plus von rund 5,4 Millionen Euro bringen würde.

In Anbetracht der prekären finanziellen Situation hat die Verwaltung Vorschläge zur Ausgabenminimierung und Einnahmensteigerung bis 2029 erstellt. Landrat Thomas Eichinger (CSU) äußerte, dass die finanzielle Situation „auf Kante genäht“ sei. Vorgeschlagene Kürzungen reichen von 200 Euro bis hin zu Millionenbeträgen. Daniela Groß von den Grünen beantragte erfolgreich, die Streichung der Gleichstellungsstelle abzulehnen, während Markus Wasserle die Zustimmung für die Kürzung der Sanierungskosten eines Gebäudes von drei auf 1,5 Millionen Euro erhielt.

Geplante Investitionen und Einnahmen

Die Neubau- und Sanierungsmaßnahmen an Schulen sollen ebenfalls verschoben werden, was in der Bevölkerung auf gemischte Reaktionen stößt. Besonders kritisch ist die Entscheidung, die profitable Erweiterung der Sauna im Lechtalbad auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Auch Einnahmen von rund 1,3 Millionen Euro sind durch den geplanten Verkauf von Räumlichkeiten im ULP-Gelände eingeplant. Allerdings werden Zuschüsse für Musikvereine, Schulverpflegung und Volks- und Trachtenpflege gekürzt, was in der Gemeinde Besorgnis auslöst.

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Die vollständige Einstellung des Betriebs des Steinzeitdorfs in Pestenacker ab 2027 wurde abgelehnt, was zeigt, dass der Kreistag bemüht ist, kulturelle Einrichtungen zumindest vorerst zu erhalten. Die kommenden Entscheidungen werden entscheidend sein, um die finanzielle Stabilität des Landkreises zu sichern und die Lebensqualität der Bürger nicht zu gefährden.

Diese Entwicklungen werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, vor denen viele Kommunen in Deutschland stehen. Die Notwendigkeit, finanzielle Mittel effizient zu verwalten, wird immer drängender, insbesondere in Zeiten steigender Kosten und unsicherer Einnahmen. Die Situation in Landsberg am Lech könnte als Beispiel für andere Landkreise dienen, die ähnliche Probleme bewältigen müssen.