In Lichtenfels sorgt der Zustand des alten Pfarrhauses in Goddelsheim für Aufregung. Die Stadt hat das Gebäude von der Evangelischen Kirche erworben, doch das Pfarrhaus, das in einem Ensemble mit einem Gemeindehaus und einem Kindergarten steht, ist in einem desolaten Zustand. Gebrochene Deckenbalken, marode Fenster und eine kaputte Heizung machen eine Sanierung unumgänglich. Bauamtsleiterin Tabea Schüttler hat die Lichtenfelser Ausschüsse über die Herausforderungen und die damit verbundenen Kosten informiert. Interessanterweise steht das Pfarrhaus unter Denkmalschutz, was die Sanierung zusätzlich erschwert, denn solche Gebäude unterliegen strengen Auflagen.

Eine Lösung, die ins Gespräch gebracht wurde, könnte eine Realteilung sein. Dabei würde das Pfarrhaus vom restlichen Gebäudekomplex getrennt. Um dies zu ermöglichen, müsste ein Zwischenbau, der die Teeküche und die Küche des Pfarrhauses beherbergt, abgerissen werden. Nach diesem Schritt könnte das Pfarrhaus dann als freistehendes Haus verkauft werden. Mit einer Wohnfläche von 188 Quadratmetern und einem großen Garten auf einem Grundstück von 1.062 Quadratmetern könnte es für potenzielle Käufer durchaus attraktiv sein. Zudem gibt es die Möglichkeit, das Dachgeschoss auszubauen und Stellplätze zu schaffen. Das Untergeschoss ist momentan an die Diakonie und die Jugendarbeit vermietet, und eine neue Lösung für die Mieter wird bereits gesucht.

Sanierungsbedarf und Herausforderungen

Die Herausforderungen sind jedoch nicht zu unterschätzen. Das Obergeschoss kann aufgrund eines Deckenbalkenbruchs zurzeit nicht vermietet werden. Eine neue Heizung, die für alle drei Gebäude ausgelegt ist, könnte als kleines Wärmenetz genutzt werden, was für eine nachhaltige Lösung spricht. Der Abriss des Zwischenbaus würde zwar zunächst Kosten verursachen, könnte sich langfristig aber als sinnvoll herausstellen. Allerdings gibt es beim hessischen Baurecht eine Vorgabe, die besagt, dass zwischen den Gebäuden ein Platz von fünf Metern bestehen müsste – dieser Platz ist jedoch geringer. Hier wird eine Ausnahmeregelung beim Fachdienst Bauen des Landkreises angestrebt, sobald die Stadtverordneten das Thema diskutiert haben.

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat sich für nachhaltiges Bauen starkgemacht. Dies bedeutet nicht nur, dass Ressourcenverbrauch minimiert und die Umwelt geschont werden soll, sondern auch, dass denkmalgeschützte Gebäude, wie das Pfarrhaus, durch nachhaltige Baupraktiken profitieren können. Die EKHN setzt auf Maßnahmen wie die Verwendung nachhaltiger Materialien und die Nutzung erneuerbarer Energien. In der Region gibt es rund 1.500 denkmalgeschützte Kirchengebäude, die bedeutende Zeugnisse der Geschichte sind und gleichzeitig wertvolle Ressourcen darstellen.

Nachhaltigkeit im Bauwesen

Nachhaltiges Bauen kann nicht nur den Denkmalschutz fördern, sondern auch die Lebensdauer der Gebäude verlängern. Die EKHN hat Leitlinien für nachhaltiges Bauen entwickelt und arbeitet eng mit Fachleuten zusammen, um innovative Baukonzepte zu fördern. In diesem Kontext wird auch in Lichtenfels überlegt, wie man die Sanierung des Pfarrhauses ökologisch sinnvoll gestalten kann. Schließlich ist nachhaltiges Handeln eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die auch im Bauwesen große Bedeutung hat.

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Deutschland verfolgt das Ziel, bis 2045 einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Dabei sind Aspekte wie der Erhalt der Biodiversität, Ressourcenschonung und die Nutzung nachwachsender Rohstoffe entscheidend. Die Stadt Lichtenfels steht also nicht allein mit ihren Plänen da. Der Abriss des Zwischenbaus und die anschließende Sanierung könnten nicht nur das Pfarrhaus retten, sondern auch ein Beispiel für nachhaltiges Bauen in der Region sein.

Wenn alles gut geht, könnte das alte Pfarrhaus bald nicht nur in neuem Glanz erstrahlen, sondern auch ein Vorzeigeprojekt für nachhaltiges Bauen werden.

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