In der malerischen Stadt Lindau am Bodensee finden vom 24. bis 28. Mai 2026 die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapietage „KJP am Bodensee 2026“ statt. Veranstaltet von der KIKT Akademie e.V. in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsstelle des Landkreises Lindau und dem Arbeitskreis „Wege aus der Gewalt“, richten sich die Veranstaltungen an Fachkräfte aus Psychotherapie, Medizin, Pädagogik sowie interessierte Eltern und Erziehende. Ein zentrales Anliegen dieser Veranstaltung ist es, die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in den Fokus zu rücken und die Herausforderungen der modernen Mediennutzung zu thematisieren.

Die Eröffnung der Veranstaltung erfolgt am Sonntag, dem 24. Mai 2026, um 17:00 Uhr mit dem Vortrag „Digitale Junkies – In den Fängen von Social Media, Gaming & Co.“ von Prof. Dr. Bertte Wildt, einem renommierten Psychiater und Psychotherapeuten. Hierbei wird die Bedeutung digitaler Medien im Alltag von Kindern und Jugendlichen beleuchtet, sowie psychologische Mechanismen und der gesunde Umgang mit diesen Medien thematisiert. Der Eintritt zu diesem Vortrag ist frei und eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Vortragsreihe zu Bindungsthemen

Im Anschluss an die Eröffnung findet eine Vortragsreihe vom Montag bis Donnerstag, 25. bis 28. Mai 2026, statt. Diese Reihe beginnt täglich um 18:00 Uhr und widmet sich dem Thema „Bindung in herausfordernden Lebenslagen“. Der Bindungsforscher Prof. Dr. Karl Heinz Brisch wird den Teilnehmern wertvolle Einblicke in den Einfluss früher Bindungserfahrungen auf die psychische Entwicklung geben und die Rolle sicherer Bindung in schwierigen Lebenssituationen erläutern. Für die Teilnahme an dieser Vortragsreihe wird eine Gebühr von 100 Euro erhoben, die Anmeldung erfolgt über die Webseite www.kikt-akademie.de.

Die Relevanz dieser Themen ist unbestritten. Laut einer Vodafone-Studie aus dem Jahr 2025 erhalten Kinder im Durchschnitt im Alter von 11 Jahren ihr erstes Smartphone. Dabei nutzen viele bereits vor dem offiziellen Mindestalter von 13 Jahren soziale Medien. Die JIM-Studie 2025 zeigt, dass 80 Prozent der 12- bis 19-Jährigen täglich Plattformen wie Instagram oder TikTok besuchen, mit einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 3,5 Stunden täglich. Dies wirft wichtige Fragen zur psychischen Gesundheit auf, insbesondere im Hinblick auf die Ergebnisse der DAK Mediensucht-Studie 2026, die ergab, dass 27,2 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen im Alter von 10 bis 17 Jahren mehrere Male pro Woche Chatbots nutzen.

Die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit

Die WHO hat in ihren aktuellen Berichten darauf hingewiesen, dass 11 % der Jugendlichen Anzeichen eines problematischen Verhaltens in Bezug auf soziale Medien zeigen. Besonders Mädchen sind betroffen, wo 13 % als problematische Nutzer identifiziert wurden. Die fortwährende Online-Präsenz, besonders unter 15-jährigen Mädchen, die zu 44 % ständig mit Freunden in Kontakt stehen, und die steigende Zahl derer, die täglich digitale Spiele spielen, sind alarmierende Trends. Problematische Nutzung sozialer Medien kann zu einem verminderten seelischen und sozialen Wohlbefinden sowie zu schlechteren schulischen Leistungen führen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Dr. Hans Henri P. Kluge von der WHO betont die Notwendigkeit, Medienkompetenz zu fördern und schlägt vor, Altersbeschränkungen für soziale Medien einzuführen. Positive Aspekte der sozialen Medien, wie die Unterstützung durch Gleichaltrige, dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Es ist entscheidend, dass Interventionen altersgerecht, geschlechtersensibel und kulturell angepasst sind. Die WHO fordert zudem mehr Investitionen in gesundheitsfördernde schulische Umgebungen.

Die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapietage in Lindau bieten eine wertvolle Plattform, um über diese drängenden Themen zu diskutieren und Lösungen zu entwickeln. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der KIKT Akademie unter www.kikt-akademie.de.