Heute ist der 19.04.2026 und im Landkreis Miesbach wird ein wichtiges Mitmach-Projekt ins Leben gerufen. Der Bund Naturschutz (BN) ruft dazu auf, die Bestände der Kreuzotter zu dokumentieren, die in der Region alarmierend abnehmen. In einem innovativen Ansatz sollen die heimischen Schlangenarten, wie die Kreuzotter und die Ringelnatter, per Smartphone-App gemeldet werden. Dies geschieht im Rahmen einer Initiative, die durch den Bayerischen Naturschutzfonds und die Lotterie Glücksspirale finanziert wird.
Die Kreuzotter, wissenschaftlich bekannt als Vipera berus, ist durch ihr charakteristisches Zick-Zack-Band auf dem Rücken erkennbar. Diese Schlangenart variiert in ihrer Färbung von bräunlich bis hin zu schwarz in kühleren Gebieten. Wichtig zu beachten ist, dass Kreuzottern giftig sind; ihre Bisse können für Menschen in Ausnahmefällen lebensbedrohlich sein. Daher ist es ratsam, bei Sichtungen ruhig zu bleiben und die Schlange nicht einzufangen. Interessierte Bürger können die App ObsIdentify herunterladen und sich kostenlos registrieren, um ihre Sichtungen mit Fotos zu dokumentieren, oder Meldungen mit Bildnachweisen per E-Mail an das Projektteam senden.
Warum ist die Kreuzotter gefährdet?
Die Kreuzotter ist nicht nur im Landkreis Miesbach, sondern auch in Sachsen und der gesamten Bundesrepublik Deutschland stark gefährdet. In Deutschland fällt sie in die Kategorie 2 der Gefährdung. Ihr Schutzstatus ist besonders hoch, da sie gemäß der Bundesartenschutzverordnung als besonders geschützt gilt. Diese Schlange kann bis zu 65 cm lang werden und zeichnet sich durch eine x-förmige Zeichnung am Hinterkopf sowie gerade Pupillen aus. Schwarz vorkommende Formen werden als „Höllenotter“ bezeichnet.
Der Lebensraum der Kreuzotter umfasst wechselfeuchte Bergwiesen, Waldränder und Lichtungen. Bevorzugt werden lückige Bewuchsarten mit Sträuchern, die als Windschutz und Deckung dienen. Diese Bedingungen sind entscheidend für die Fortpflanzung, die im April erfolgt. Die Weibchen gebären zwischen 6 und 20 lebenden Nachkommen, meist im August. Die Nahrung der Kreuzotter besteht hauptsächlich aus Fröschen, Eidechsen und Mäusen, die sie mit ihren Giftzähnen erbeuten.
Schutzmaßnahmen und Erhalt der Artenvielfalt
Um die Kreuzotter und ihren Lebensraum zu schützen, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich. Dazu zählen der Mahdverzicht am frühen Morgen, Handmahd an bekannten Standorten und das Belassen ungemähter Randstreifen. Auch die Schaffung halboffener Steinrücken und strukturreicher Wälder trägt zur Erhaltung der Kreuzotterpopulation bei.
Die Initiative des Bund Naturschutz zur Dokumentation der Schlangenbestände ist ein wichtiger Schritt, um das Bewusstsein für die heimische Tierwelt zu schärfen und aktiv zum Schutz dieser faszinierenden Art beizutragen. Jeder Bürger kann mithelfen, die Kreuzotter zu schützen, indem er Sichtungen meldet und so zur Erhaltung der Artenvielfalt in der Region beiträgt. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des [Bund Naturschutz](Merkur).