In Mühldorf am Inn schlagen Umweltschützer Alarm. Die anhaltende Trockenheit setzt den Feuchtgebieten im Landkreis stark zu. Der BUND Naturschutz macht auf die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels aufmerksam – und das ist kein Scherz. Weiher, Moore und Bäche in der Region sind nicht nur in Gefahr, sie sind bereits stark geschädigt. Lebensgemeinschaften, die über Jahrhunderte gewachsen sind, stehen auf der Kippe. Doris Anzinger-Pohlus, die zweite Kreisvorsitzende, bringt es auf den Punkt: Die Feuchtgebiete befinden sich in einer Notlage. Besonders im Isental und zwischen Unterreit und Haag sind Rückgänge bei Amphibien und Libellen zu verzeichnen.

Die Hitze und die geringen Niederschläge sorgen für extrem gesunkene Wasserstände vieler Gewässer. Das hat zur Folge, dass selbst Pfützen auf Waldwegen und in Abbaustellen austrocknen. Wildtiere finden keine Tränke mehr, und die Wasserversorgung von Rindern und Wasserbüffeln, die als Landschaftspfleger eingesetzt werden, wird zunehmend problematisch. Der Rückgang bei Moorlibellen, Grasfröschen und dem Kleinen Wasserfrosch ist dramatisch. Dr. Andreas Zahn warnt vor dauerhaften Veränderungen der Lebensräume durch sinkende Wasserstände.

Forderungen nach Maßnahmen

Der BUND Naturschutz fordert dringend einen konsequenten Wasserrückhalt in der Landschaft. Dabei wird nicht nur Kritik an der Regierung laut, die zwar Konzepte erstellt, aber wenig umsetzt. Es wird eine Rückbau von Entwässerungen und die Vernässung von Mooren gefordert. Auch Unterstützung für Biberdämme zur Verbesserung des Wasserrückhalts wird angeregt, wobei die Grundeigentümer entsprechend entschädigt werden sollen. Die Hoffnung auf eine Rettung der isolierten Weiher und kleinen Moore liegt in einer beschleunigten Energiewende und der Eindämmung des Klimawandels.

Eine Vision für den Landschaftswasserhaushalt könnte eine Schwammlandschaft sein, die Wasser aufnimmt, speichert und langsam wieder abgibt. Ein funktionsfähiger Landschaftswasserhaushalt ist nicht nur für die Klimaanpassung wichtig, er ist auch Voraussetzung für nachhaltige Landwirtschaft, Hochwasserschutz und eine lebenswerten Umwelt. Um diese Ziele zu erreichen, müssen dringend Maßnahmen ergriffen werden. Raum für Flüsse und eine eigendynamische Gewässerentwicklung müssen geschaffen werden. Zudem ist es wichtig, mehr Wasser in der Fläche zu halten, was durch angepasste Flächenbewirtschaftung erreicht werden kann.

Der globale Kontext

Feuchtgebiete zählen zu den am stärksten bedrohten Ökosystemen der Erde. Laut dem Bundesamt für Naturschutz verschwinden sie dreimal schneller als Wälder. Seit 1970 ist mehr als ein Drittel der weltweiten Feuchtgebiete verloren gegangen. Das ist erschreckend und sollte uns zu denken geben. Ein Lichtblick: Am 2. Februar wird der Welttag der Feuchtgebiete gefeiert – ein guter Anlass, um das Bewusstsein für den Schutz und die nachhaltige Nutzung dieser Lebensräume zu schärfen und zum Handeln aufzurufen. Deutschland hat 35 Gebiete mit einer Gesamtfläche von rund 869.000 Hektar als Feuchtgebiete nach der Ramsar-Konvention gemeldet.

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Feuchtgebiete sind wahre Hotspots der Biodiversität und bieten Lebensraum für viele seltene Pflanzen- und Tierarten. Sie spielen eine entscheidende Rolle im Wasserhaushalt, indem sie Überschusswasser absorbieren und in trockenen Perioden für die Wasserzufuhr sorgen. In Anbetracht der zunehmenden urbanen und landwirtschaftlichen Einflüsse, die diese sensiblen Ökosysteme bedrohen, wird es höchste Zeit, dass wir unsere Strategien zum Schutz der Feuchtgebiete überdenken und anpassen.

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