Flexible Trainingsgruppe an der Grundschule Mühldorf-Altmühldorf: Ein neues Konzept zur Unterstützung von Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten
In Mühldorf am Inn tut sich was – und das ist nicht einfach nur ein Stühlerücken in der Schulbank! Zum Schuljahr 2026/27 startet an der Grundschule Mühldorf-Altmühldorf ein neues, spannendes Angebot, das auf die Bedürfnisse von Kindern mit schwierigem Sozialverhalten eingeht. Die Einführung der „Flexiblen Trainingsgruppe“ (FTG) hat das Ziel, nicht nur die Schulen zu entlasten, sondern auch den betroffenen Kindern eine gezielte Förderung zu bieten. Angesichts der steigenden Zahl von Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten, die seit der Corona-Pandemie vermehrt auftreten, ist das mehr als nötig.
Verhaltensauffälligkeiten können ganz unterschiedlich aussehen – von der Verweigerung der Mitarbeit über massives Störverhalten bis hin zu ernsthaften Konflikten oder sogar Selbst- und Fremdgefährdung. Die FTG richtet sich speziell an Schüler, die im emotionalen und sozialen Bereich Unterstützung benötigen, aber ansonsten normal begabt sind. In einer Kleingruppe von maximal acht Schülern, betreut von zwei Fachkräften, wird hier ein neues Lernumfeld geschaffen. Der jahrgangsübergreifende Unterricht ist auf Kinder der zweiten und dritten Jahrgangsstufe ausgerichtet, wobei in Ausnahmefällen auch ein Einstieg im ersten Schuljahr möglich ist.
Ein ganzheitlicher Ansatz für eine erfolgreiche Integration
Ein zentrales Ziel der FTG ist die Rückführung der Kinder in die Regelklasse innerhalb von ein bis zwei Schuljahren. Dabei sind einige Voraussetzungen wichtig: Eine schulische und klinische Diagnostik muss vorliegen, ebenso wie eine realistische Aussicht auf Reintegration. Die enge Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten ist unerlässlich. Eltern werden täglich über die Fortschritte ihrer Kinder informiert und sind eingeladen, an Elterngesprächen teilzunehmen – eine Zwangsaufnahme gibt es nicht.
Die Kinder profitieren von einer ganztägigen Beschulung mit strukturierten Abläufen, die sich stark auf soziale Kompetenzen und emotionale Stabilisierung konzentrieren. Soziale Trainings, Verhaltensreflexion und erlebnispädagogische Angebote helfen ihnen, Frustrationstoleranz und Konfliktfähigkeit zu entwickeln. Es ist wichtig, dass die Kinder Teil des Schullebens bleiben und auch an Pausen, Festen und Unterrichtsstunden mit den Regelklassen teilnehmen können. Hier zeigt sich die Philosophie, dass jede Form von Unterstützung auch die Integration in das normale Schulleben fördert.
Zusammenarbeit und Erfahrungen aus der Region
Die Umsetzung der FTG erfolgt in Kooperation mit verschiedenen Institutionen, darunter das Jugendamt, das Staatliche Schulamt und das Sonderpädagogische Förderzentrum Waldkraiburg. Auch die Stadt Mühldorf und die Regierung von Oberbayern sind mit im Boot. Ähnliche Konzepte wie die Flexible Trainingsgruppe gibt es auch im Mittelschulbereich, wo eine Soziale Trainingsklasse etabliert wurde. Diese richtet sich an Schüler mit vorübergehenden Schwierigkeiten im normalen Schulbetrieb und wird durch Lehrkräfte sowie einen Sozialpädagogen unterstützt.
Beide Programme haben das Ziel, die Persönlichkeit der Schüler über individuelle Förderkonzepte zu stabilisieren und weiterzuentwickeln. Letztlich soll die Wiedereingliederung in die Regelklasse und der Abschluss erreicht werden. Es ist spannend zu sehen, wie solche Initiativen in der Region Mühldorf und darüber hinaus immer mehr in den Fokus rücken und die schulische Landschaft verändern.
Ein interessantes Buch zu diesem Thema ist von Bodo Hartke und seinen Co-Autoren verfasst, das sich mit Handlungsansätzen bei Verhaltensauffälligkeiten auseinandersetzt. Es bietet Planungshilfen für Lehrer und zielt darauf ab, das Verhalten von Schülern zu ändern und ihre sozial-emotionale Entwicklung zu fördern. Die praktische Anwendung solcher Konzepte zeigt positive Effekte auf Schüler mit Lern- und Verhaltensschwierigkeiten und könnte auch für die zukünftigen Entwicklungen in Mühldorf von Bedeutung sein.
All diese Maßnahmen und Programme zeigen, dass es einen klaren Willen gibt, Kinder mit besonderen Bedürfnissen nicht aus dem Blick zu verlieren. Es wird Zeit, dass wir uns dem Thema mit all seiner Komplexität widmen und nicht nur über Probleme sprechen, sondern auch über Lösungen, die wirklich funktionieren.
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