In Mühldorf am Inn hat sich in den letzten Jahren viel im Bereich der Verkehrsüberwachung getan. Bei der letzten Sitzung des alten Finanzausschusses, die am 13. April 2026 stattfand, kam ein Thema zur Sprache, das nicht nur die lokalen Politiker, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger betrifft: die sinkenden Einnahmen aus der Verkehrsüberwachung. Diese sind von beeindruckenden 347.000 Euro im Jahr 2023 auf nur noch 270.000 Euro im Jahr 2025 gefallen. Ein deutlicher Rückgang, der Fragen aufwirft.
Die Aufteilung der Einnahmen zeigt, dass der ruhende Verkehr 2023 mit 166.172,47 Euro und der fließende Verkehr mit 227.808,26 Euro zu Buche schlugen. Im Jahr 2025 hingegen sinken diese Zahlen auf 128.006,27 Euro für den ruhenden Verkehr und 154.652,50 Euro für den fließenden Verkehr. Auch die Kosten für die Parkraumüberwachung und Geschwindigkeitskontrollen sind gesunken – von 150.000 Euro bzw. 80.000 Euro in 2023 auf 89.000 Euro und 60.000 Euro in 2025. Diese Entwicklung könnte einerseits als positiver Schritt in Richtung Verkehrssicherheit gedeutet werden, andererseits sorgt sie für finanzielle Einbußen, die nicht ignoriert werden können.
Verkehrssicherheit im Fokus
Wie der Sprecher Werner Kurzlechner betont, sind die gesunkenen Einnahmen eine direkte Folge der konsequenten Überwachung und einer merklich geringeren Anzahl an Geschwindigkeitsüberschreitungen. Die Verkehrsüberwachung in Mühldorf, die seit 2007 dem Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern angehört, habe sich vor allem auf die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer fokussiert. So werden monatlich 25 Stunden Kontrolle in Mühldorf durchgeführt, insgesamt sind es 180 Überwachungsstunden im gesamten Landkreis. Dabei sind die Altöttinger Straße und die Nordtangente die häufigsten Orte, an denen Geschwindigkeitsüberschreitungen registriert werden.
Die Festlegung der Messstellen erfolgt in enger Abstimmung zwischen der Kommune, dem Zweckverband und der Polizei. Dabei gelten klare Richtlinien, die vom bayerischen Staatsministerium des Innern aufgestellt wurden. Interessanterweise beträgt der Mindestabstand zwischen dem geschwindigkeitsbeschränkenden Verkehrsschild und der Messstelle 200 Meter, wobei es unter bestimmten Umständen Ausnahmen gibt. So können Messstellen etwa an Unfallschwerpunkten oder besonderen Verkehrsverhältnissen näher angelegt werden.
Die Zahlenspiele der Verkehrsüberwachung
Ein weiteres interessantes Detail sind die Gerätespezifischen Fehlertoleranzen, die bei der Geschwindigkeitsüberwachung eine Rolle spielen. So dürfen bei Geschwindigkeiten unter 100 km/h Abweichungen von bis zu 3 km/h und bei höheren Geschwindigkeiten von 3 % auftreten. Dies sorgt dafür, dass es im Verkehrsgeschehen nicht zu unberechtigten Verfolgungen kommt – Geschwindigkeitsüberschreitungen bis 5 km/h werden beispielsweise nicht verfolgt.
Doch was passiert, wenn man als Verkehrsteilnehmer in die Fänge der Verkehrsüberwachung gerät? Ein Verwarngeld kann schnell zum Bußgeldbescheid werden, wenn die Zahlung nicht fristgerecht erfolgt. Hier gibt es viele Regelungen, die oft nicht auf den ersten Blick sichtbar sind. Es ist sogar so, dass bei einer Verwarnung keine Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand möglich ist und der Verwarngeldbescheid kein automatischer Anspruch auf Rücknahme besteht.
Ein Blick in die Zukunft
Mit den Veränderungen in der Verkehrsüberwachung und der geplanten Überarbeitung der Kontrollergebnisse ab 2024 wird auch die Art und Weise, wie Verkehrskontrollen dokumentiert werden, grundlegend verändert. Hierbei werden technische Neuerungen, wie sensorische Kontrollen, integriert, um eine bessere Übersicht und eine differenzierte Darstellung zu gewährleisten. Diese Entwicklungen könnten nicht nur für die Behörden, sondern auch für die Verkehrsteilnehmer von Bedeutung sein, da sie die Transparenz erhöhen und möglicherweise das Verständnis für die Notwendigkeit von Verkehrskontrollen fördern.
Die Verkehrssicherheit bleibt ein wichtiges Thema in Mühldorf am Inn und auch darüber hinaus. Die Entwicklungen in der Verkehrsüberwachung zeigen, dass es nicht nur um Einnahmen geht, sondern vor allem um das Wohl der Bürgerinnen und Bürger. Bleibt zu hoffen, dass die positiven Trends in der Fahrdisziplin fortgesetzt werden und die Bevölkerung weiterhin verantwortungsbewusst mit den Verkehrsregeln umgeht. Wer weiß, vielleicht wird das Fahren in Mühldorf bald noch sicherer.
Für weitere Informationen zu den sinkenden Einnahmen aus der Verkehrsüberwachung in Mühldorf und den damit verbundenen Entwicklungen, lesen Sie den vollständigen Artikel auf Innsalzach24.