Eichenprozessionsspinner: Gesundheitsrisiken und Bekämpfungsmaßnahmen in München
In München gibt es derzeit eine ernstzunehmende Gefahr durch die Eichenprozessionsspinner. Die Raupen wurden im Bereich des Lußsees im Nordwesten der Stadt nachgewiesen, was zur Sperrung des Gebiets führte. Diese Maßnahme betrifft eine Fläche mit 11 Bäumen in der Nähe des Parkplatzes an der Goteboldstraße. Die Stadtverwaltung hat bereits Schilder aufgestellt, die vor den Gefahren in den gesperrten Bereichen warnen, denn die brennenden Haare der Raupen enthalten das giftige Thaumetopoein, das akute Hautreizungen und Entzündungen hervorrufen kann. Besonders betroffen sind Menschen mit einer starken allergischen Veranlagung, die im schlimmsten Fall anaphylaktische Schocks erleiden können.
Interessanterweise liegt die Verantwortung für die Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner auf privaten Grundstücken bei den Grundstückseigentümern. Das Gesundheitsreferat der Stadt München hat jedoch hilfreiche Informationen zur mechanischen Bekämpfung und regelmäßigen Nachkontrollen bereitgestellt. Die Raupenfresszeit erhöht die Gefahr durch die Brennhaare, die sich über Jahre in der Umgebung anreichern können.
Bekämpfungsmethoden und Maßnahmen
Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ist nicht nur ein Thema für den Hobbygärtner, sondern es gibt klare Regelungen, die sowohl den Schutz der Bäume als auch der menschlichen Gesundheit berücksichtigen. Laut der Website des Umweltbundesamts müssen Bekämpfungsmaßnahmen unter der Pflanzenschutzmittel-Verordnung und der Biozid-Verordnung erfolgen. Für die Bekämpfung gibt es verschiedene Methoden: chemisch, biologisch, mechanisch und thermisch. Dabei sollten nur professionelle Anwender diese Maßnahmen durchführen, um das Risiko einer unkontrollierten Verbreitung der Brennhaare zu vermeiden.
Eine präventive Maßnahme, die empfohlen wird, ist das Aufhängen von Nistkästen für Meisen in der Nähe von Eichen – allerdings nicht direkt in die Eichen hinein. Mechanische Bekämpfungsmöglichkeiten beinhalten das Absaugen der Gespinstnester und das Entsorgen derselben, was ab dem dritten Larvenstadium möglich ist. Heißwasser oder Heißschaum können ebenfalls in die Nester eingeführt werden, um die Raupen abzutöten. Ungeschütztes Abflammen oder das Fällen von Bäumen sollte man jedoch tunlichst vermeiden, um nicht die Brennhaare unkontrolliert zu verteilen.
Ein breiteres Problem
In Bayern breitet sich der Eichenprozessionsspinner zunehmend aus. Besonders betroffen sind Städte wie Nürnberg, Würzburg und Coburg, aber auch im Landkreis München gibt es mehrere Fälle, wie in Unterschleißheim, Garching und Unterföhring. Dort wurden bereits Nester und Tiere am Feringasee entfernt. Das Umweltbundesamt rät, betroffene Gebiete mit befallenen Bäumen zu meiden. Informationen über einen Befall erhält man über lokale Presse, Hinweisschilder oder die zuständigen Forst- und Gesundheitsämter.
Die Raupen und ihre Nester sollten auf keinen Fall berührt werden. Sollte es dennoch zu einem Kontakt kommen, ist es ratsam, die Kleidung zu wechseln, sie bei mindestens 60 °C zu waschen, um das Nesselgift zu zerstören, und sich gründlich zu duschen. Die Gesundheitsrisiken durch die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners sind also nicht zu unterschätzen – und das nicht nur in München. Diese Thematik beschäftigt auch Experten und die Bevölkerung in ganz Deutschland. Weitere Informationen zu den Gesundheitsrisiken und der Ausbreitung finden Sie in einem Artikel auf Spiegel Online.
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