Erster Todesfall durch Borna-Virus im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen
Heute ist der 25.06.2026, und wir berichten über einen tragischen Vorfall aus dem benachbarten Deutschland: Ein Mann aus Schrobenhausen ist an einer Infektion mit dem Borna-Virus gestorben. Dies ist der erste bekannte Fall im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, was die Situation besonders besorgniserregend macht. Das Gesundheitsamt hat den Vorfall als „äußerst seltenen Einzelfall“ eingestuft. Aktuelle Informationen deuten darauf hin, dass keine erhöhte Gefährdung für die Bevölkerung besteht.
Der Leiter des Veterinäramtes Neuburg-Schrobenhausen, Dr. Johannes Riedl, hat erklärt, dass das Borna-Virus bereits länger im Landkreis nachgewiesen ist. Seit 1996 gab es insgesamt zehn tödliche Borna-Infektionen bei Tieren, vor allem bei Pferden, aber auch bei einem Maultier und einem Alpaka. Interessanterweise zeigen sich die Infektionen gleichmäßig im gesamten Landkreis. Hinweise auf mögliche Infektionen bei Schafen gibt es ebenfalls, allerdings wird eine hohe Dunkelziffer vermutet, da diese Tiere nach einem Todesfall seltener untersucht werden.
Übertragungswege und Risikoeinschätzung
Das Borna-Virus wird von der Feldspitzmaus verbreitet, die selbst nicht erkrankt, aber das Virus über Kot, Urin und Speichel ausscheidet. Diese kleinen Tiere sind eng mit Igeln verwandt und können auch in städtischen Gebieten vorkommen. Dr. Riedl hat betont, dass die Gefahr einer Ansteckung nicht bei null liegt, auch wenn es sich um eine sehr seltene Krankheit handelt. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit empfiehlt daher, beim Arbeiten im Garten Handschuhe zu tragen und bei staubigen Arbeiten zusätzlich eine Maske zu verwenden.
Die Borna-Krankheit selbst ist eine virale Infektionskrankheit, verursacht durch das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1). Dieses Virus gehört zur Spezies Orthobornavirus bornaense und zur Familie der Bornaviridae. Es betrifft das Gehirn und Rückenmark verschiedener Säugetiere, wie Pferde, Schafe und Alpakas. In seltenen Fällen ist die Übertragung auch auf den Menschen möglich, was schwere Gehirnentzündungen zur Folge haben kann – oft mit tödlichem Ausgang. Wussten Sie, dass die erste Beschreibung einer Infektion mit BoDV-1 bereits im 18. Jahrhundert stattfand? Der Name selbst stammt von der Stadt Borna, wo 1885 ein Ausbruch unter Militärpferden dokumentiert wurde.
Aktuelle Situation und weitere Fälle
Die Feldspitzmaus (Crocidura leucodon) bleibt der einzige bekannte Reservoirwirt des BoDV-1, zeigt aber keine Symptome. Übertragungswege sind bisher wenig erforscht, aber sowohl direkter Kontakt mit infizierten Tieren als auch deren Ausscheidungen gelten als mögliche Infektionsquellen. Die natürliche Infektion könnte über die Schleimhaut der oberen Luftwege erfolgen, was die Situation nicht gerade beruhigender macht.
In Deutschland gibt es eine allgemeine Meldepflicht für die Erkrankung. Bis 2023 wurden mindestens 46 bestätigte Fälle von BoDV-1-Infektionen bei Menschen dokumentiert, die meisten davon in Bayern. Ein Fall eines siebenjährigen Jungen, der 2022 starb, sorgte für internationales Aufsehen, da er der zweite bekannte Fall in derselben Region war. Frühere Vermutungen über eine Verbindung des Virus zu psychiatrischen Erkrankungen konnten bis jetzt nicht bestätigt werden.
Die Verbreitung des Virus erstreckt sich über die östliche Hälfte Süddeutschlands, mit kleineren Vorkommen in der Schweiz, Liechtenstein und sogar Österreich. Ein weiterer Todesfall durch Borna wurde im Nachbarlandkreis Pfaffenhofen registriert, was die Aufmerksamkeit auf die potenziellen Gefahren des Virus lenkt. In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickeln wird.
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