Tiergarten Nürnberg setzt auf nachhaltige Biolandwirtschaft und Umweltbildung
Heute ist der 13.07.2026 und in Nürnberg gibt es Neuigkeiten aus dem Tiergarten, der sich nicht nur um seine tierischen Bewohner kümmert, sondern auch um die Umwelt. Die Mitarbeiter des Tiergartens haben die Heuernte auf Gut Mittelbüg erfolgreich abgeschlossen. Das klingt erst einmal unspektakulär, ist aber von großer Bedeutung für die Versorgung der heimischen Tierpopulation, die Ponys, Esel, Hochlandrinder, Antilopen und noch viele andere Tiere umfasst. Dieses Jahr haben die fleißigen Helfer etwa 330 Quaderballen à 300 kg geerntet – eine Menge, die deutlich unter dem Durchschnitt von 480 Quaderballen liegt. Der Rückgang ist unter anderem auf die intensive Trockenheit und extreme Hitze zurückzuführen. Dazu kommen massive Bodenschäden durch Wildschweine, die nicht nur das Mähwerk beschädigen, sondern auch die Qualität des Heus beeinträchtigen.
Der Tiergarten Nürnberg bewirtschaftet verschiedene Flächen, die sich über insgesamt 26 Hektar Gut Mittelbüg, 16 Hektar Russenwiesen, 43 Hektar Naturschutzgebiet Pegnitztal Ost und 5 Hektar Wasserschutzgebiet Röthenbach erstrecken. Gut Mittelbüg gehört seit 1972 zu diesem Tiergarten und hat seit 2013 die biologische Zertifizierung durch den Anbauverband Biokreis erhalten. Das Besondere: Der Tiergarten Nürnberg ist der einzige Zoo in Deutschland, der über eine eigene Bio-Landwirtschaft verfügt. Normalerweise kaufen Zoos und Tiergärten ihr Futter zu, aber hier wird alles selbst und regional produziert.
Nachhaltigkeit und Bildung
Die Bedeutung der Biolandwirtschaft für den Tiergarten ist nicht zu unterschätzen. Felix Leimberger, ein Mitarbeiter des Futterhofs, hebt hervor, wie wichtig es ist, dass die Zootiere mit frischem, feldfrischem Gras versorgt werden. Täglich wird das frisch geerntete Futter aus Mittelbüg und anderen Biowiesen in die Gehege gebracht. Besonders die Seekühe und kleinen Pandabären profitieren von speziell angebautem Futter. Gerd Schlieper, der das zehnköpfige Team leitet, bringt viel Erfahrung im ökologischen Landbau mit und sorgt dafür, dass die Tiere optimal versorgt werden.
Eine weitere, nicht zu vernachlässigende Aufgabe des Tiergartens ist der Bildungsauftrag, insbesondere für Kinder und Jugendliche. Seit 2016 betreuen Schüler der Bismarckschule einen Schulwald im Nürnberger Stadtwald, mit dem Ziel, einen zukunftsfähigen Mischwald aufzubauen und invasive Arten zu bekämpfen. Der Tiergarten bietet außerdem ein umweltpädagogisches Programm auf Gut Mittelbüg an, das für junge Menschen und Erwachsene ausgelegt ist. Hier wird nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch ein Gefühl für die Natur und ihren Schutz geweckt.
Der gesamte Prozess der Heuernte und die damit verbundene ökologische Bewirtschaftung stehen im Einklang mit dem Engagement für biologische Vielfalt und nachhaltiges Handeln. Die Herausforderungen, die in diesem Jahr aufgetreten sind, zeigen, wie wichtig es ist, auch in schwierigen Zeiten einen Beitrag zur Umwelt zu leisten. Der Tiergarten Nürnberg macht dies auf vorbildliche Weise und zeigt, dass der Schutz der Natur und die Pflege von Tieren Hand in Hand gehen können. Für die Zootiere und die Menschen, die sich um sie kümmern, bleibt es eine spannende und herausfordernde Zeit.
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