Heute, am 2. Juli 2026, fand im Don-Bosco-Haus in Hersbruck ein bemerkenswertes Forum zum Thema „Cannabis und psychische Erkrankungen“ statt. Rund 25 Fachkräfte aus dem Nürnberger Land kamen zusammen, um sich über die Herausforderungen und Chancen im Umgang mit Cannabiskonsum und psychischen Erkrankungen auszutauschen. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Psychosozialen Beratung des Gesundheitsamts, und der Arbeitskreis ist im regionalen Steuerungsverbund des Landkreises verankert. Eine bunte Mischung aus Suchthilfe, Psychiatrie, Kliniken und weiteren Fachbereichen war vertreten, was zu einer lebhaften Diskussion führte.

Dr. Yaroslav Kiderman von der Frankenalb-Klinik Engelthal eröffnete mit einer eindringlichen Warnung: Die unkritische Verschreibung von Medizinalcannabis könnte problematisch sein. Es sei wichtig zu beachten, dass Cannabis nur für bestimmte Erkrankungen zugelassen ist und für psychiatrische Erkrankungen wie ADHS keine Evidenz vorliegt. Das Interesse an solchen Themen ist enorm, und die Teilnehmer arbeiteten praxisnah anhand konkreter Fälle. Sie klärten Zuständigkeiten und machten Versorgungslücken sichtbar. Das zeigt, wie dringend notwendig die Vernetzung zwischen verschiedenen Fachdisziplinen ist, um die optimale Versorgung von Patienten mit psychischen Erkrankungen und Cannabiskonsum zu gewährleisten. Die positiven Rückmeldungen der Beteiligten unterstreichen den hohen Bedarf an fachübergreifenden Austauschrunden in der Region, und eine Fortsetzung dieser Reihe wird bereits mit großem Interesse erwartet.

Die Risiken von Cannabis

Es ist kein Geheimnis, dass Cannabis gesundheitliche Risiken birgt, insbesondere bei regelmäßigem und übermäßigem Konsum. Cannabisbezogene Störungen, wie Missbrauch und Abhängigkeit, sind möglicherweise häufiger, als viele denken. Schätzungen zeigen, dass etwa 1,5 % der Erwachsenen und 2,5 % der 12- bis 18-Jährigen in Deutschland an einer cannabisbezogenen Störung leiden. Besonders alarmierend ist, dass rund 33 % der regelmäßig Konsumierenden eine Abhängigkeit entwickeln können.

Eine neue S3-Leitlinie, die von verschiedenen Fachgesellschaften wie der DG-Sucht und der DGPPN erarbeitet wurde, bietet evidenzbasierte Empfehlungen für die Diagnostik, Therapie und Versorgung von Betroffenen. Die Leitlinie berücksichtigt auch komorbide psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen und empfiehlt individualisierte Risikoeinschätzungen sowie passgenaue Versorgungsmodelle für gefährdete Gruppen. Hierzu gehören standardisierte psychotherapeutische Verfahren, motivierende Interventionen und vor allem die Entstigmatisierung cannabisbezogener Störungen, die als ernstzunehmende Erkrankungen gelten sollten.

Die Herausforderung der Versorgung

Die Veranstaltung in Hersbruck trug zur Optimierung bestehender Schnittstellen bei und identifizierte neue Kooperationsmöglichkeiten. Es ist klar, dass es Versorgungsengpässe gibt, insbesondere für Kinder und Jugendliche mit problematischem Cannabiskonsum. Die neue S3-Leitlinie fordert den Ausbau der Versorgungsstrukturen, um langfristige Behandlungsmöglichkeiten zu schaffen. Auch wenn es keine zugelassenen Medikamente für cannabisbezogene Störungen gibt, können symptomorientierte Pharmakotherapien eine Rolle spielen.

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Die Diskussionen im Don-Bosco-Haus haben gezeigt, dass das Thema Cannabis und psychische Erkrankungen nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und darüber hinaus von großer Relevanz ist. Es bleibt zu hoffen, dass die engagierten Fachkräfte weiterhin zusammenarbeiten, um die Herausforderungen, die der Cannabiskonsum mit sich bringt, zu bewältigen und Betroffenen die Unterstützung zu bieten, die sie benötigen. Die Zukunft wird zeigen, wie sich die Versorgungslandschaft entwickelt und ob die erarbeiteten Empfehlungen tatsächlich umgesetzt werden.

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