In der charmanten Ilzstadt Passau wurde am Dienstag ein bemerkenswertes Projekt gestartet, das die Verkehrssituation in der Region genauer unter die Lupe nehmen soll. Mit Zetteln, die mit der Aufschrift „Verkehrszählung“ versehen sind, wurden die Passanten informiert, dass es sich hierbei nicht um eine Geschwindigkeitsmessung handelt. Die Zettel enthielten auch die Telefonnummer des Verkehrserhebungs-Unternehmens Geovista, das im Auftrag der Stadt Passau die Verkehrszählung durchführt. Diese Zählung begann am Dienstag um Mitternacht und wird über einen Zeitraum von 24 Stunden durchgeführt.
Die Erhebung erfolgt an drei strategisch ausgewählten Knotenpunkten: dem Knoten von B 12 und B 388, dem Knoten von Löwenmühlstraße und B 12 sowie dem Knoten von B 12 und Alte Straße. Zur Registrierung aller Verkehrsteilnehmer wurden Kameras eingesetzt, die zwar nicht hochauflösend sind, aber die Art der Fahrzeuge – ob Pkw, Transporter, Laster oder Motorräder – aufzeichnen. Dabei sind Kennzeichen und Gesichter nicht erkennbar. Die gesammelten Daten werden anschließend manuell ausgewertet, um die Fahrzeugklassen zu bestimmen. Der Zweck dieser Zählung ist die Informationssammlung zur Bewertung der Verkehrsströme, die für die Verkehrsplanung in der Region von großer Bedeutung ist. Für weitere Informationen können Interessierte den Artikel auf pnp.de nachlesen.
Überregionale Verkehrszählungen in Deutschland
Die Verkehrszählung in Passau ist Teil einer größeren Initiative, die alle fünf Jahre im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt wird. Die Straßenverkehrszählung (SVZ) umfasst etwa 40.000 Zählstellen im gesamten Bundesgebiet, die für die Bereitstellung von Verkehrsmengen und weiteren Kenngrößen für das Bundesfernstraßennetz verantwortlich sind. Dabei werden über 12.500 Zählstellen auf Autobahnen und Bundesstraßen sowie etwa 27.500 Zählstellen im nachgeordneten Netz erfasst.
Die Autobahn GmbH des Bundes hat die Verantwortung für die Zählungen auf Autobahnen, während die Straßenbauverwaltungen der Länder die Zählungen auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen durchführen. Die Ergebnisse dieser Zählungen werden in der Regel bei der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) zusammengeführt und ausgewertet. Die nächste SVZ ist für den Zeitraum von April 2024 bis Oktober 2025 angesetzt, wobei manuelle Zählungen von geschultem Personal, häufig unter Einsatz von Videokameras, durchgeführt werden. Datenschutzregelungen werden dabei strikt eingehalten, sodass Kfz-Kennzeichen nicht erfasst werden und Videoaufnahmen nach der Auswertung vernichtet werden.
Wichtigkeit der Verkehrsdaten
Die gesammelten Verkehrsdaten haben weitreichende Anwendungen. Sie dienen nicht nur der Verkehrsplanung, sondern auch der Berechnung von Lärm- und Emissionseffekten sowie Mobilitätsstudien. Die Ergebnisse der SVZ 2025 werden im Herbst 2026 veröffentlicht und auf der Webseite der BASt bereitgestellt. Diese Daten sind nicht nur für die Verkehrsplanung von Bedeutung, sondern auch für die Entwicklung nachhaltiger Mobilitätskonzepte in Städten und ländlichen Gebieten.
Insgesamt zeigt das Beispiel Passau, wie wichtig eine sorgfältige Verkehrserhebung ist, um die Herausforderungen des Straßenverkehrs zu meistern und die Lebensqualität der Anwohner zu verbessern. Denn nur durch fundierte Daten lassen sich effektive Maßnahmen zur Verkehrslenkung und -gestaltung entwickeln.