Heute ist der 21.04.2026. In Deutschland sorgt die Ausladung von Michael Roth, einem ehemaligen SPD-Außenpolitiker, von einer Podiumsdiskussion an der Berliner Hertie School für Aufsehen. Der Grund für diese Entscheidung sind angekündigte Proteste und mögliche Störungen durch Studierendengruppen. Roth sollte ursprünglich Ende April an einer Veranstaltung teilnehmen, die sich mit dem Thema „War, Peace and Diplomacy in the Middle East“ befasst. Zu den weiteren Gästen zählten Vertreter aus Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie internationale Wissenschaftlerinnen.
Auf Instagram äußerte Roth seine Enttäuschung über die Entscheidung und stellte fest, dass seine Positionen zu Israel und Antisemitismus offenbar nicht mehr akzeptiert würden. Er kritisierte zudem, dass die Androhung von Störungen ausreiche, um Redner von Veranstaltungen auszuladen, was seiner Meinung nach den akademischen Diskurs gefährde. Die Hochschulleitung der Hertie School erklärte hingegen, dass die Veranstaltung nicht offiziell von der Schule organisiert wurde, sondern von einer studentischen Initiative, weshalb Roth nicht von der Institution selbst ausgeladen worden sei.
Reaktionen und Kontext
Die Hertie School bedauerte Roths Rückzug und möchte ihn zu einer zukünftigen offiziellen Veranstaltung zum Thema Nahost einladen. Diese Situation wirft ein Schlaglicht auf die internen Auseinandersetzungen an der Hochschule, die in letzter Zeit in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist. So hatte die gewählte Studentenvertretung einen Boykott Israels und die Unterstützung der BDS-Kampagne gefordert, wovon sich die Hochschulleitung sowie die Hertie-Stiftung deutlich distanzierten.
Roth nahm die ursprünglichen Organisatoren der Debatte in Schutz und warnte vor Schäden an der deutschen Diskussionskultur. Diese Entwicklungen stehen im Kontext eines breiteren gesellschaftlichen Diskurses über Meinungsfreiheit und die Grenzen des akademischen Austausches, die in den letzten Jahren immer wieder hitzig diskutiert werden.