Am Samstag, den 9. Mai, feierte die Stadt Roth einen ganz besonderen Tag: den „Tag der Städtebauförderung“ und das 50-jährige Jubiläum der Städtebauförderung in Roth. Vor dem eindrucksvollen Schloss Ratibor wurde der Anlass mit einer Luftballongirlande, die eine rote „50“ zierte, stilvoll gefeiert. Stadtbaumeister Wolfgang Baier und die engagierte Gästeführerin Marlene Lobenwein nahmen Mitglieder des Stadtrates sowie interessierte Bürgerinnen mit auf eine Entdeckungstour zu Orten, die von der Städtebauförderung profitiert haben. Die beiden führten durch die Stadt und erläuterten die historische Entwicklung und die städtebaulichen Fortschritte, die Roth in den letzten Jahrzehnten durchlebt hat.

Bei dieser Gelegenheit stellte Baier auch zukünftige Projekte vor, die im Sanierungsgebiet der Rother Kernstadt anstehen. Besonders spannend sind die Neuentwicklung des Rother Neulands und die Sanierung des Gebäudes an der Bahnhofstraße 11–13. Ein Highlight des Tages war die Öffnung der Stieber-Brücke für die Teilnehmenden, die große Begeisterung auslöste und die bedeutende Rolle der Städtebauförderung anschaulich verdeutlichte. Um 12 Uhr fand dann die offizielle Eröffnung im Foyer des Markgrafensaals statt, wo der Erste Bürgermeister und der Stadtbaumeister die Anwesenden herzlich begrüßten.

Ein Blick in die Vergangenheit

Die Städtebauförderung in Roth blickt auf eine lange Geschichte zurück. Seit 1974 wurden beeindruckende 352 Maßnahmen, darunter 164 private und 188 städtische Projekte, umgesetzt oder unterstützt. Das gesamte Investitionsvolumen der letzten fünf Jahrzehnte beläuft sich auf rund 91 Millionen Euro, wovon 33 Millionen Euro aus Fördermitteln von Bund und Land stammen. Dies hat es privaten Eigentümerinnen im Kerngebiet ermöglicht, ihre Gebäude zu modernisieren und historische Fassaden instand zu setzen, was die Stadt optisch und kulturell bereichert hat.

Die Stadt selbst hat eine spannende Geschichte. Roth erhielt in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts das Stadtrecht. Zu dieser Zeit wurde auch eine Stadtmauer errichtet, die die Stadt schützte und deren Teile bis heute noch erhalten sind. Die Mauer war rund sechs Meter hoch und umschloss ein Gebiet von 5,3 Hektar. Rother Bürgerinnen konnten sich auf eine Wehrmauer verlassen, die mit Schießscharten sowie einem Graben als zusätzlichem Schutz ausgestattet war. Der Zugang zur Stadt erfolgte über zwei Tore, und die Mauer bot sogar Asyl für Personen, die gegen das Recht verstoßen hatten.

Feierlichkeiten und Ausblicke

Nach der offiziellen Eröffnung wurde der Jubiläumsfilm „50 Jahre Städtebauförderung – Eine Stadt verändert sich“ gezeigt. Der Film gibt Entscheidungsträgerinnen und Eigentümer*innen eine Stimme und ist auf der städtischen Webseite verfügbar. Für alle Gäste gab es eine Innenausstellung, eine Pflanzentauschbörse und sogar ein Glücksrad, bei dem kleine städtebauliche Mitgebsel gewonnen werden konnten. Kinder konnten sich in einem Malwettbewerb versuchen oder in einer Bauecke kreativ werden. Der Tag markierte nicht nur einen Rückblick, sondern auch den Auftakt zu weiteren Aktionen im Jubiläumsjahr, die unter anderem Projekte mit Schulklassen und Seniorengruppen sowie Informationsveranstaltungen umfassen.

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Eine digitale Stadtrallye wurde ins Leben gerufen, um einen interaktiven Zugang zur Stadtentwicklung zu ermöglichen. Zudem wurden eine Jubiläumsbroschüre und eine Outdoor-Ausstellung erstellt, um zentrale Projekte der letzten 50 Jahre zu dokumentieren. Roth zeigt, wie lebendige Stadtentwicklung aussieht, und blickt mit Zuversicht in die Zukunft.