In Gangkofen, im Landkreis Rottal-Inn, wurde ein weiterer Fall der Newcastle-Krankheit festgestellt. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sowie das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) haben die Krankheit nachgewiesen, was zur sofortigen Reaktion der Behörden führte. Um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, wurden 6.000 Legehennen tierschutzgerecht getötet. Die Situation ist alarmierend, da dies bereits der fünfte Ausbruch der Newcastle-Krankheit im Landkreis Rottal-Inn und der sechzehnte Fall in ganz Bayern ist.
Das Landratsamt Rottal-Inn hat tierseuchenrechtliche Maßnahmen angeordnet und eine Sperrzone eingerichtet. Diese umfasst eine Schutzzone mit einem Radius von 3 km sowie eine Überwachungszone mit einem Radius von 10 km. Eine Karte dieser Sperrzone ist online abrufbar. Für Geflügelhalter in der Region gelten strenge Auflagen, die erhöhte Biosicherheitsmaßnahmen und Einschränkungen beim Verbringen von Geflügel und Eiern umfassen.
Umfang des Ausbruchs
Der Ausbruch betrifft tatsächlich 60.000 Tiere, die umgehend gekeult werden mussten. Dies wurde vom Landratsamt Rottal-Inn bestätigt, während das endgültige Ergebnis des Tests des Friedrich-Löffler-Instituts noch aussteht. Die Newcastle-Krankheit ist eine hoch ansteckende Virusinfektion bei Vögeln, die vor allem Hühner betrifft. Der Erreger, ein Paramyxovirus, kann sich über Kot, Nasen- und Augensekret sowie kontaminierte Geräte, Kleidung oder Fahrzeuge verbreiten.
Die Symptome der Krankheit sind vielfältig und reichen von Atemnot über Durchfall bis hin zu Störungen des Nervensystems, wie Zittern oder Lähmungen. Auch wenn Menschen sich selten anstecken, können sie nach engem Kontakt mit infizierten Vögeln leichte Erkrankungen wie Bindehautentzündungen erleiden. In Deutschland gibt es eine Impfpflicht gegen die Newcastle-Krankheit, was in vielen anderen EU-Ländern nicht der Fall ist. Allerdings können geimpfte Tiere sich trotzdem mit dem Virus anstecken.
Kontext und Bedeutung
Die Newcastle-Krankheit, auch als atypische Geflügelpest bekannt, hat in Deutschland seit Februar 2026 wieder an Bedeutung gewonnen, nachdem über 30 Jahre lang keine Fälle registriert wurden. Aktuelle Ausbrüche sind nicht nur in Bayern, sondern auch in Brandenburg zu beobachten. Das Friedrich-Löffler-Institut stellt umfassende Informationen zu diesem Thema zur Verfügung und bietet Hinweise sowie FAQs für Geflügelhaltende an.
Für betroffene Betriebe gelten strenge Schutzmaßnahmen, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Die Infektion des Menschen mit dem Newcastle Disease Virus (NDV) ist zwar sehr selten, kann aber bei immunsupprimierten Personen auch schwerwiegende Folgen haben. Daher ist es ratsam, keine toten (Wild-)Vögel oder (Wild-)Tiere anzufassen, unabhängig von aktuellen ND-Fällen.
Für weitere Informationen und aktuelle Entwicklungen können Interessierte die Webseite des Landratsamtes Rottal-Inn besuchen: www.rottal-inn.de/veterinaeramt.